Deine Rentenlücke berechnen
- Die durchschnittliche Rentenlücke in Deutschland liegt bei ca. 800 EUR/Monat — bei Gutverdienern oft über 1.500 EUR
- Die Renteninformation zeigt Brutto-Werte — nach Abzuegen (KV, PV, Steuern) bleiben 20-30 % weniger
- Inflation macht die Lücke real größer: 2.500 EUR heute entsprechen in 30 Jahren nur noch ca. 1.500 EUR Kaufkraft
- Je früher du anfaengst, desto weniger Sparrate brauchst du: Mit 30 reichen ca. 175 EUR/Monat für 800 EUR Lücke
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke (oder Versorgungslücke) ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Ruhestand brauchst, und dem, was du tatsächlich aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und sonstigen Quellen bekommst. Die meisten Deutschen haben eine erhebliche Lücke — und viele wissen es nicht, weil sie ihre Renteninformation nie genau angeschaut haben.
Das aktuelle Rentenniveau liegt bei rund 48 Prozent. Das bedeutet: Wer 45 Jahre lang den Durchschnittslohn verdient hat, bekommt als gesetzliche Rente etwa 48 Prozent des aktuellen Durchschnittslohns. Für die meisten Arbeitnehmer bedeutet das eine Brutto-Rente von 1.200 bis 2.000 Euro — davon gehen noch Krankenversicherung und Steuern ab. Wie viel genau, zeigt der Brutto-Netto-Rente-Rechner.
So berechnest du deine Lücke richtig
Der erste Schritt ist die Bestimmung deines Wunsch-Einkommens im Alter. Als Faustregel gilt: Du brauchst im Ruhestand etwa 70 bis 80 Prozent deines letzten Nettoeinkommens. Manche Kosten fallen weg (Berufskleidung, Pendeln, Altersvorsorgebeiträge), andere kommen hinzu (Gesundheit, Freizeit, eventuell Pflege).
Deine gesetzliche Renteninformation erhältst du jährlich per Post von der Deutschen Rentenversicherung. Wie du die einzelnen Werte richtig liest, erklärt der Ratgeber Renteninformation verstehen. Nimm diesen Wert als Basis — aber beachte, dass die Hochrechnung von gleichbleibenden Beiträgen ausgeht und die Inflation nicht berücksichtigt.
Durchschnittliche Rentenlücke nach Einkommen
| Netto-Einkommen heute | Bedarf im Alter (80 %) | Gesetzl. Rente (netto, ca.) | Lücke/Monat |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 1.600 € | 1.050 € | 550 € |
| 2.500 € | 2.000 € | 1.200 € | 800 € |
| 3.000 € | 2.400 € | 1.350 € | 1.050 € |
| 3.500 € | 2.800 € | 1.500 € | 1.300 € |
| 4.000 € | 3.200 € | 1.600 € | 1.600 € |
| 5.000 € | 4.000 € | 1.750 € | 2.250 € |
Warum die Lücke größer ist als du denkst
Drei Faktoren machen die Rentenlücke in der Realitaet größer als auf dem Papier. Erstens: die Inflation. Wenn du heute 35 bist und in 32 Jahren in Rente gehst, sind 2.500 Euro dann nur noch etwa 1.500 Euro in heutiger Kaufkraft (bei 1,5 % Inflation). Deine Rentenlücke wächst also real, auch wenn die nominalen Zahlen gleich bleiben.
Zweitens: steigende Gesundheitskosten. Im Alter steigen die Ausgaben für Gesundheit, Pflege und Medikamente deutlich an. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt vieles ab, aber Zuzahlungen, Zahnersatz, Brillen und eventuelle Pflegekosten können leicht 200 bis 500 Euro monatlich betragen.
Drittens: Das Rentenniveau könnte weiter sinken. Trotz politischer Versprechen steht das Rentensystem demografisch unter Druck. Weniger Beitragszahler müssen mehr Rentner finanzieren. Ob das Rentenniveau bei 48 Prozent bleibt, ist keineswegs sicher.
Wie du die Lücke mit dem Altersvorsorgedepot schließen kannst
Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → ist speziell dafür konzipiert, die Rentenlücke zu schließen. Mit staatlicher Förderung, Steuerstundung und kostengünstigen ETF-Fonds baust du systematisch Vermögen auf, das dir im Alter als Zusatzrente zur Verfügung steht.
Die benötigte Sparrate hängt von drei Faktoren ab: deiner Lücke, deiner Restlaufzeit bis zur Rente und der erwarteten Rendite. Je früher du anfaengst, desto weniger musst du monatlich sparen. Ein 30-Jaehriger mit 800 Euro Lücke braucht bei 6 Prozent Rendite etwa 200 Euro monatlich. Ein 45-Jaehriger mit der gleichen Lücke muss schon rund 500 Euro aufbringen. Weitere Details liefert der Ratgeber Rentenlücke berechnen.
Was die Lücke verkleinert
- Früh anfangen zu sparen (Zinseszins)
- Betriebliche Altersvorsorge nutzen
- Altersvorsorgedepot mit staatlicher Förderung
- Schuldenfreiheit im Alter (kein Miete, keine Kredite)
- Eigene Immobilie (spart Miete)
Was die Lücke vergrößert
- Später Start der Altersvorsorge
- Lücken in der Erwerbsbiographie
- Inflation (Kaufkraftverlust)
- Steigende Gesundheitskosten
- Sinkendes Rentenniveau
Rechenbeispiel: 35 Jahre, 800 Euro Lücke
Du bist 35 Jahre alt, brauchst 2.500 Euro netto im Alter und bekommst voraussichtlich 1.700 Euro aus gesetzlicher Rente und bAV. Die Lücke beträgt 800 Euro monatlich. Um diese Lücke zu schließen, brauchst du ein Kapital von rund 192.000 Euro bei Rentenbeginn (angenommen, du entnimmst 20 Jahre lang monatlich 800 Euro bei 3 Prozent Rendite im Entnahmezeitraum).
Bei 6 Prozent Rendite und 32 Jahren Laufzeit musst du dafür rund 175 Euro monatlich sparen. Mit dem Altersvorsorgedepot kommen staatliche Zulagen und Steuervorteile hinzu, die den tatsächlichen Eigenbeitrag nochmals senken. In der Praxis brauchst du also etwa 150 bis 170 Euro monatlich netto, um 800 Euro Rentenlücke zu schließen — vorausgesetzt, du faengst jetzt an.
Häufige Fehler bei der Lücken-Berechnung
Fehler 1: Brutto mit Netto verwechseln. Die Renteninformation zeigt Bruttowerte. Nach Abzug von Krankenversicherung und Steuern bleibt 20 bis 30 Prozent weniger. Rechne immer mit Netto-Werten, um die echte Lücke zu sehen.
Fehler 2: Inflation ignorieren. 2.500 Euro in 30 Jahren sind nicht das Gleiche wie 2.500 Euro heute. Wenn du in heutiger Kaufkraft planst, musst du die Inflation bei der Sparrate berücksichtigen — entweder durch einen Inflationsaufschlag oder durch jährliches Erhöhen der Sparrate.
Fehler 3: Nur die gesetzliche Rente betrachten. Viele vergessen bestehende betriebliche Altersvorsorge, Riester-Verträge, Lebensversicherungen oder sonstige Einkünfte. Erfasse alle Quellen, um die echte Lücke zu ermitteln.
Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.