Kostenvergleich berechnen
- Ein Kostenunterschied von 0,8 Prozentpunkten (0,2 % vs. 1,0 % TER) kostet dich über 30 Jahre 20-30 % deines Endkapitals
- Über 90 % der aktiven Fonds schlagen ihren Vergleichsindex nach Kosten langfristig nicht — passive ETFs sind fast immer besser
- Jeder Zehntelprozent TER kostet bei 200 EUR Sparrate über 30 Jahre rund 5.000-8.000 EUR Endkapital
- Das Altersvorsorgedepot setzt auf einen Kostendeckel — typische ETF-Kosten liegen bei 0,1-0,4 %
Warum Kosten der wichtigste Faktor sind
Viele Anleger konzentrieren sich auf die Rendite und übersehen dabei den größten Renditefresser: die Kosten. Die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → (Total Expense Ratio) eines Fonds wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen — leise, automatisch und oft unbemerkt. Ein detaillierter ETF-Kostenvergleich hilft, die günstigsten Produkte zu finden. Worauf du generell bei den Gebühren achten musst, erklärt der Ratgeber Kosten und Gebühren. Doch über 20 oder 30 Jahre summiert sich dieser scheinbar kleine Prozentsatz zu einer enormen Summe.
Der Grund liegt im Zinseszins-Effekt — diesmal gegen dich. Kosten reduzieren nicht nur die jährliche Rendite, sondern auch das Kapital, das im nächsten Jahr Rendite erwirtschaftet. Dieser negative Zinseszins-Effekt potenziert sich über die Jahre. Ein Kostenunterschied von 0,8 Prozentpunkten (z.B. 0,2 % vs. 1,0 %) kann über 30 Jahre 20 bis 30 Prozent des Endkapitals ausmachen.
TER: Was steckt dahinter?
Die Total Expense Ratio umfasst die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds: Verwaltungsgebühren, Depotbankkosten, Wirtschaftsprüfer, Lizenzgebühren für den Index und operative Kosten. Nicht enthalten sind Transaktionskosten innerhalb des Fonds und der Spread beim Kauf und Verkauf — die realen Kosten liegen also noch etwas höher.
Bei passiven ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Fonds liegt die TER typischerweise bei 0,05 bis 0,50 Prozent. Der iShares Core MSCI World ETF hat eine TER von 0,20 Prozent, der Vanguard FTSE All-World liegt bei 0,22 Prozent. Aktiv gemanagte Fonds kosten dagegen 1,0 bis 2,5 Prozent — ohne dass sie langfristig bessere Renditen liefern. Studien zeigen, dass über 90 Prozent der aktiven Fonds ihren Vergleichsindex nach Kosten nicht schlagen.
Kostenvergleich: Typische Produkte
| Produkt | TER | Endkapital (200 €, 30 J., 7 % brutto) | Kosten-Verlust |
|---|---|---|---|
| MSCI World ETF (günstig) | 0,12 % | 237.861 € | Referenz |
| MSCI World ETF (Standard) | 0,20 % | 235.589 € | -2.272 € |
| Mischfonds (passiv) | 0,50 % | 226.918 € | -10.943 € |
| Aktiver Aktienfonds | 1,00 % | 213.225 € | -24.636 € |
| Fondspolice / Riester (teuer) | 1,50 % | 200.431 € | -37.430 € |
| Aktiver Fonds + Versicherungsmantel | 2,00 % | 188.484 € | -49.377 € |
Der 10-Jahres- vs. 30-Jahres-Effekt
Nach 10 Jahren ist der Kostenunterschied sichtbar, aber noch überschaubar. Bei 200 Euro monatlich und 0,2 % vs. 1,0 % TER beträgt die Differenz nach 10 Jahren rund 2.500 Euro. Das klingt verkraftbar. Doch nach 20 Jahren sind es schon 10.000 Euro, und nach 30 Jahren über 22.000 Euro. Der Effekt wächst exponentiell, weil die Kosten auf ein immer größeres Vermögen wirken.
Bei höheren Sparraten verstärkt sich der Effekt entsprechend. Wer 500 Euro monatlich spart, verliert bei 1,0 % statt 0,2 % TER nach 30 Jahren über 55.000 Euro. Das ist mehr als die gesamte Einzahlung der ersten 9 Jahre. Kosten sind also kein Detail — sie sind ein wesentlicher Renditefaktor.
Versteckte Kosten, die die TER nicht zeigt
Die TER ist nicht alles. Es gibt weitere Kostenbestandteile, die in der TER nicht enthalten sind. Transaktionskosten innerhalb des Fonds (Kauf und Verkauf von Wertpapieren bei Umschichtungen) können bei aktiven Fonds 0,2 bis 0,5 Prozent zusätzlich ausmachen. Der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) kostet typischerweise 0,05 bis 0,20 Prozent beim Kauf.
Bei Versicherungsmanteln (Fondspolicen, Riester-Rentenversicherungen) kommen Abschlusskosten hinzu — oft 2 bis 5 Prozent der Beitragssumme, verteilt auf die ersten 5 Jahre. Diese Kosten tauchen in der TER nicht auf, reduzieren aber dein investiertes Kapital in den ersten Jahren erheblich. Im Altersvorsorgedepot gibt es keine solchen Abschlusskosten.
Kosten im Altersvorsorgedepot gering halten
Das Altersvorsorgedepot setzt auf kostengünstige, zertifizierte Produkte. Die Senkung des Kostendeckels auf 1,0 Prozent war ein wichtiger Schritt. Der Gesetzgeber hat bewusst niedrige Kostengrenzen vorgesehen, um die Fehler der Riester-Rente nicht zu wiederholen. Die Depotfuehrung soll kostenlos oder sehr günstig sein, und die zugelassenen Fonds müssen strenge Kostenobergrenzen einhalten.
In der Praxis werden die meisten Anleger ETFs mit einer TER von 0,1 bis 0,4 Prozent nutzen. Dazu kommen eventuelle Depotgebühren von 0 bis 0,1 Prozent bei Neobrokern. Die Gesamtkostenbelastung bleibt damit unter 0,5 Prozent — ein Bruchteil der Kosten klassischer Altersvorsorgeprodukte. Im Anbieter-Vergleich findest du die günstigsten Depots. Wer von einem teuren Riester-Vertrag wechseln möchte, kann den Riester-Wechsel-Rechner nutzen.
So minimierst du Kosten
- Breit gestreute ETFs statt aktiver Fonds
- TER unter 0,3 % anstreben
- Keine Fonds mit Ausgabeaufschlag
- Depotgebühren vergleichen
- Sparplan statt Einmalkauf (geringerer Spread)
Kostenfallen vermeiden
- Aktive Fonds mit über 1 % TER
- Fondspolicen mit Abschlusskosten
- Häufiges Umschichten (Transaktionskosten)
- Nischenprodukte mit hoher TER
- Performance Fees (zusätzliche Erfolgsgebühr)
Rechenbeispiel: 0,2 % vs. 1,5 % über 35 Jahre
Du sparst 250 Euro monatlich über 35 Jahre bei einer Brutto-Rendite von 7 Prozent. Bei 0,2 % TER (ETF) ergibt sich eine Netto-Rendite von 6,8 Prozent und ein Endkapital von rund 383.000 Euro. Bei 1,5 % TER (teurer Fonds) bleibt eine Netto-Rendite von 5,5 Prozent und ein Endkapital von rund 296.000 Euro.
Der Unterschied: 87.000 Euro. Das sind 87.000 Euro, die allein durch hohe Kosten verloren gehen — bei identischer Brutto-Rendite der Anlagen. Umgerechnet auf eine monatliche Zusatzrente über 25 Jahre sind das rund 350 Euro weniger pro Monat. Kosten zu minimieren ist damit eine der effektivsten Maßnahmen für deine Altersvorsorge.
Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.