Netto-Rente berechnen
- Von der Brutto-Rente gehen 20-35 % für KV, PV und Steuern ab — bei 2.000 EUR brutto bleiben nur 1.300-1.600 EUR netto
- Der Besteuerungsanteil steigt jährlich: Ab 2058 werden 100 % der Rente besteuert
- Kinder senken den Pflegeversicherungssatz (3,40 % kinderlos vs. 2,05 % bei 5+ Kindern)
- Für die Rentenlücke zaehlt nur die Netto-Rente — Brutto-Werte führen zu falschen Planungen
Warum Brutto-Rente und Netto-Rente so unterschiedlich sind
Die meisten Menschen erschrecken, wenn sie zum ersten Mal ausrechnen, was von ihrer Brutto-Rente wirklich übrig bleibt. Der Renteninformation, die du jährlich von der Deutschen Rentenversicherung bekommst, zeigt Brutto-Werte. Davon gehen aber noch erhebliche Abzuege ab — und die summieren sich. Wie die nachgelagerte Besteuerung konkret funktioniert, erklärt der Ratgeber.
Die drei großen Abzugsposten sind: Krankenversicherung (ca. 8 bis 9 Prozent), Pflegeversicherung (1,7 bis 3,4 Prozent) und Einkommensteuer (je nach Gesamteinkommen 0 bis 30+ Prozent). In Summe können die Abzuege 20 bis 35 Prozent der Brutto-Rente betragen. Bei 2.000 Euro Brutto-Rente bleiben also nur 1.300 bis 1.600 Euro netto.
Krankenversicherung in der Rente
Pflichtversicherte Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung (KVdR) zahlen den halben allgemeinen Beitragssatz von 7,3 Prozent plus den halben kassenindividuellen Zusatzbeitrag (durchschnittlich 0,85 Prozent, also insgesamt ca. 8,15 Prozent). Die andere Haelfte trägt die Deutsche Rentenversicherung. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber freiwillig versicherten Rentnern, die den vollen Satz auf alle Einkünfte zahlen.
Privat Krankenversicherte (PKV) zahlen ihren individuellen PKV-Beitrag, der unabhängig von der Rentenhöhe ist. Sie erhalten einen Zuschuss von der Rentenversicherung in Höhe von 7,3 Prozent der Brutto-Rente — der kann aber deutlich unter dem PKV-Beitrag liegen, besonders im hohen Alter.
Pflegeversicherung in der Rente nach Kinderanzahl
Den Beitrag zur Pflegeversicherung trägt der Rentner allein (kein Arbeitgeberzuschuss). Der Basissatz liegt bei 3,4 Prozent für Kinderlose, 3,05 Prozent für Eltern mit einem Kind, und ab zwei Kindern staffelt sich der Satz nach unten — bis auf 2,4 Prozent bei fünf oder mehr Kindern. Kinder zahlen sich also nicht nur emotional aus, sondern senken auch deine Sozialabgaben in der Rente.
| Kinder | PV-Beitragssatz | Abzug bei 2.000 € Rente |
|---|---|---|
| Kinderlos | 3,40 % | 68,00 € |
| 1 Kind | 3,05 % | 61,00 € |
| 2 Kinder | 2,80 % | 56,00 € |
| 3 Kinder | 2,55 % | 51,00 € |
| 4 Kinder | 2,30 % | 46,00 € |
| 5+ Kinder | 2,05 % | 41,00 € |
Steuern auf die Rente — der größte Abzugsposten
Seit 2005 werden Renten schrittweise stärker besteuert. Details zum Steuermodell findest du im Steuer-Rechner. Auch die Auszahlungsregeln beim Altersvorsorgedepot solltest du kennen. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Renteneintritts ab. Wer 2025 in Rente geht, muss 83,5 Prozent seiner Rente versteuern. Ab 2058 sind es 100 Prozent. Der steuerfreie Anteil wird im Jahr des Renteneintritts festgelegt und bleibt dann konstant — nur Rentenerhöhungen werden voll besteuert.
Ob und wie viel Steuern du tatsächlich zahlst, hängt von deinem gesamten zu versteuernden Einkommen ab. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei ca. 12.084 Euro. Wer nur eine kleine gesetzliche Rente hat und keine weiteren Einkünfte, zahlt möglicherweise gar keine Steuern. Wer dagegen eine hohe Rente plus Mieteinnahmen oder betriebliche Rente hat, kann durchaus 20 bis 30 Prozent Steuern zahlen.
Besteuerungsanteil nach Renteneintritt
| Renteneintritt | Besteuerungsanteil | Steuerfreier Anteil |
|---|---|---|
| 2025 | 83,5 % | 16,5 % |
| 2030 | 90,0 % | 10,0 % |
| 2035 | 92,5 % | 7,5 % |
| 2040 | 95,0 % | 5,0 % |
| 2050 | 100,0 % | 0,0 % |
| ab 2058 | 100,0 % | 0,0 % |
Rechenbeispiel: 1.800 Euro Brutto-Rente
Du gehst 2050 in Rente mit 1.800 Euro Brutto-Rente monatlich, bist gesetzlich krankenversichert, hast 2 Kinder und keine weiteren Einkünfte. Die Abzuege: Krankenversicherung (8,15 %) = 146,70 Euro, Pflegeversicherung (2,80 %) = 50,40 Euro. Verbleibt: 1.602,90 Euro. Der Besteuerungsanteil ist 100 Prozent. Nach Abzug des Grundfreibetrags und der Werbungskostenpauschale ergibt sich ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von ca. 7.139 Euro — das liegt unter dem Grundfreibetrag. Du zahlst also null Euro Steuern. Netto-Rente: ca. 1.603 Euro (89 Prozent des Brutto).
Anders sieht es aus, wenn du zusätzlich 800 Euro betriebliche Rente und 500 Euro Mieteinnahmen hast. Dann liegt dein Gesamteinkommen bei 3.100 Euro monatlich, und du zahlst je nach Konstellation 150 bis 250 Euro Steuern monatlich. Die Netto-Rente sinkt auf rund 2.500 Euro — nur noch 81 Prozent des Brutto.
Was die Netto-Rente erhöht
- Kinder (niedrigerer Pflegeversicherungssatz)
- GKV-Pflichtversicherung (halber KV-Satz)
- Früher Renteneintritt (höherer steuerfreier Anteil)
- Keine weiteren Einkünfte (niedrigerer Steuersatz)
- Eigene Immobilie (keine Mietkosten)
Was die Netto-Rente senkt
- Kinderlosigkeit (höchster PV-Satz)
- PKV mit hohem Beitrag
- Hohe weitere Einkünfte (hoher Steuersatz)
- Später Renteneintritt (hoher Besteuerungsanteil)
- Kirchensteuer
Warum die Netto-Rente für die Rentenlücke entscheidend ist
Wenn du deine Rentenlücke berechnest, zaehlt nur die Netto-Rente. Eine Brutto-Rente von 2.000 Euro klingt ordentlich — aber wenn nach Abzuegen nur 1.400 Euro bleiben und du 2.500 Euro brauchst, beträgt deine echte Lücke 1.100 Euro, nicht 500 Euro. Viele unterschätzen ihre Lücke, weil sie mit Brutto-Werten rechnen.
Nutze diesen Rechner, um deine reale Netto-Rente zu ermitteln, und gib diesen Wert dann in den Rentenlücke-Rechner ein. Nur so bekommst du ein ehrliches Bild deiner Versorgungssituation. Die nötige Sparrate kannst du anschließend berechnen. Beruecksichtige auch die Inflation, die deinen Bedarf im Alter erhöht. Ein Blick auf die Gebühren lohnt sich ebenfalls — denn niedrige Kosten erhöhen deine Netto-Rente indirekt.
Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.
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