Sparrate — Das Wichtigste
- Mindestbeitrag 10 EUR/Monat (120 EUR/Jahr)
- Maximaler geförderter Beitrag 150 EUR/Monat (1.800 EUR/Jahr)
- Sockelbetrag für volle Zulagen 3% vom Vorjahresbrutto minus Zulagen
- Faustregel Altersvorsorge gesamt 10-15% vom Netto
- Maximale GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → 540 EUR/Jahr
Die Frage nach der richtigen Sparrate ist die häufigste beim Altersvorsorgedepot. Die kurze Antwort: So viel, wie du dir leisten kannst, aber mindestens den Sockelbetrag für die vollen Zulagen. Die lange Antwort folgt auf dieser Seite — mit Tabellen, Rechenbeispielen und einer klaren Empfehlung für jedes Einkommensniveau.
Die Faustregel: 10-15% vom Netto für die Altersvorsorge
Finanzexperten empfehlen, 10-15% des Nettoeinkommens für die Altersvorsorge zurückzulegen. Das umfasst alle Formen: gesetzliche Rente (zahlst du automatisch), betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge wie das Altersvorsorgedepot.
Da die gesetzliche Rente für die meisten Menschen im Ruhestand nicht ausreicht (durchschnittliche Rente 2025: ca. 1.100 EUR netto), ist private Vorsorge keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Das Altersvorsorgedepot ist dabei eines der effizientesten Instrumente: Dank Zulagen und SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → kostet dich jeder eingezahlte Euro effektiv weniger als in einem normalen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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Tabelle: Empfohlene Sparrate nach Gehalt
Die folgende Tabelle zeigt für verschiedene Bruttogehälter den Sockelbetrag (Mindestbeitrag für volle Zulagen), die empfohlene Sparrate und das erwartete Endkapital nach 30 Jahren.
| Brutto/Jahr | Netto/Monat* | Sockelbetrag/Monat | Empfehlung/Monat | Endkapital (30J, 6%)** |
|---|---|---|---|---|
| 20.000 EUR | ~1.400 EUR | ~50 EUR | 50-80 EUR | ~50.000-80.000 EUR |
| 30.000 EUR | ~1.850 EUR | ~75 EUR | 75-120 EUR | ~75.000-120.000 EUR |
| 40.000 EUR | ~2.250 EUR | ~100 EUR | 100-150 EUR | ~100.000-150.000 EUR |
| 50.000 EUR | ~2.600 EUR | ~125 EUR | 125-150 EUR | ~125.000-150.000 EUR |
| 60.000+ EUR | ~3.000+ EUR | 150 EUR (Max) | 150 EUR | ~150.000 EUR |
*Steuerklasse I, ohne Kinder, gerundet. **Ohne Zulagen und Steuervorteile, die das Ergebnis zusätzlich verbessern.
Der Sockelbetrag erklärt
Der Sockelbetrag ist der Mindestbeitrag, den du einzahlen musst, um die volle GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → und KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → zu erhalten. Er berechnet sich so:
- Sockelbetrag = 3% vom Vorjahres-Bruttoeinkommen minus Zulagen
- Mindestens 120 EUR pro Jahr (10 EUR/Monat)
- Höchstens 1.800 EUR pro Jahr (150 EUR/Monat)
Beispielrechnung: Brutto 40.000 EUR, keine Kinder
| Schritt | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 3% vom Brutto | 40.000 x 3% | 1.200 EUR |
| Minus GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr. Mehr erfahren → | 1.200 - 540 | 660 EUR |
| Minus KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt. Mehr erfahren → | 660 - 0 | 660 EUR |
| Sockelbetrag/Jahr | 660 EUR | |
| Sockelbetrag/Monat | 660 / 12 | 55 EUR |
Achtung: Der Gesamtbeitrag (Eigenbeitrag + Zulagen) darf 1.800 EUR nicht übersteigen. In diesem Beispiel: 660 EUR Eigenbeitrag + 540 EUR Zulage = 1.200 EUR — unter dem Maximum. Alles gut.
Minimum 10 EUR vs. Optimum 150 EUR
Der absolute Mindestbeitrag liegt bei 10 EUR pro Monat (120 EUR/Jahr). Das ist die unterste Grenze, um überhaupt ein Altersvorsorgedepot zu führen. Der maximale geförderte Beitrag liegt bei 150 EUR/Monat (1.800 EUR/Jahr Gesamtbeitrag inkl. Zulagen).
| Sparrate/Monat | Eingezahlt (30 Jahre) | Zulagen (geschätzt) | Endkapital (6%)* | Förderquote |
|---|---|---|---|---|
| 10 EUR | 3.600 EUR | ~2.700 EUR | ~9.000 EUR | ~75% |
| 50 EUR | 18.000 EUR | ~12.000 EUR | ~55.000 EUR | ~67% |
| 100 EUR | 36.000 EUR | ~16.200 EUR | ~120.000 EUR | ~45% |
| 150 EUR (Maximum) | 54.000 EUR | ~16.200 EUR | ~150.000 EUR | ~30% |
*Ohne Steuererstattung, die das Ergebnis zusätzlich verbessert
Interessant: Die Förderquote (Zulagen im Verhältnis zum Eigenbeitrag) ist bei kleinen Beträgen am höchsten. Wer nur 10 EUR einzahlt, bekommt anteilig am meisten geschenkt. In absoluten Zahlen lohnt sich aber natürlich die volle Sparrate von 150 EUR — denn 150.000 EUR sind mehr als 9.000 EUR.
Förderquoten bei verschiedenen Sparraten
Die effektive Förderquote zeigt, wie viel Prozent deines angesparten Kapitals aus staatlicher Förderung (Zulagen + Steuerersparnis) stammen. Je geringer dein Einkommen und je mehr Kinder du hast, desto höher die Förderquote.
| Situation | Eigenbeitrag/Jahr | Zulagen/Jahr | Steuererstattung* | Effektive Förderung |
|---|---|---|---|---|
| Single, 30k brutto | 660 EUR | 540 EUR | ~0 EUR | 82% |
| Single, 50k brutto | 1.260 EUR | 540 EUR | ~144 EUR | 54% |
| Ehepaar, 1 Kind, 40k | 660 EUR | 840 EUR | ~0 EUR | 127% |
| Ehepaar, 2 Kinder, 50k | 360 EUR | 1.140 EUR | ~0 EUR | 317% |
*Steuererstattung = Sonderausgabenabzug abzgl. Zulagen (GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
Mehr erfahren →)
Bei Familien mit Kindern kann die Förderquote über 100% liegen — das bedeutet, der Staat gibt mehr dazu als du selbst einzahlst. Ein Ehepaar mit zwei Kindern zahlt im Beispiel nur 360 EUR selbst ein und bekommt 1.140 EUR Zulagen obendrauf.
Was tun, wenn 150 EUR zu viel sind?
Nicht jeder kann sofort 150 EUR im Monat aufbringen. Das ist kein Grund, es nicht zu tun — starte mit dem, was geht:
- Mindestens den Sockelbetrag: Damit sicherst du dir die vollen Zulagen
- Sparrate jährlich erhöhen: Bei jeder Gehaltserhöhung 25-50% der Erhöhung in den Sparplan umleiten
- Sonderzahlungen nutzen: Weihnachtsgeld, Steuererstattung oder Bonus können als Einmalzahlung ins Depot fliessen
- Mindestens 10 EUR: Selbst der kleinste Betrag sichert dir anteilige Zulagen und den Zinseszinseffekt
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Sparrate anpassen: Wann und wie?
Deine Sparrate solltest du in folgenden Situationen überprüfen:
- Gehaltserhöhung: Neuer Sockelbetrag berechnen, Sparrate anpassen
- Geburt eines Kindes: Sockelbetrag sinkt (wegen KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren →), aber Zulagen steigen - Heirat: Ehepartner kann mittelbar förderberechtigt werden, Gesamtförderung verdoppeln
- Jobwechsel: Neues Gehalt = neuer Sockelbetrag. Mehr dazu: Altersvorsorgedepot bei Jobwechsel
- Elternzeit: PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
Mehr erfahren → bleibt man auch in Elternzeit. Mehr dazu: AVD in der Elternzeit
Bei den meisten Anbietern kannst du die Sparrate online jederzeit ändern — monatlich, ohne Kosten, ohne Wartezeit.
Weiterführende Ratgeber
Sparplan einrichten
Schritt-für-Schritt Anleitung zum Start deines Altersvorsorgedepots.
Zulagen & Steuervorteile
Alle Fördermöglichkeiten ausführlich erklärt.
Kinderzulage
Bis zu 300 EUR pro Kind — und wie sie den Sockelbetrag senkt.
Wie hoch ist die Förderung?
Förderquoten für jedes Einkommen berechnet.
10 häufige Fehler
Zu wenig einzahlen ist Fehler Nr. 2.