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Wie viel Rente brauche ich wirklich — ehrliche Rechnung

Das Wichtigste in Kürze

  • Faustregel 70–80 % des letzten Nettoeinkommens
  • Durchschnittliche gesetzliche Rente ca. 1.100 EUR netto
  • Typische Rentenlücke 400–1.200 EUR/Monat
  • Mindestbedarf Single (bescheiden) ca. 1.200 EUR/Monat
  • Komfortabler Bedarf Single ca. 2.000–2.500 EUR/Monat

Die 70-80% Regel: Ein guter Startpunkt

Die gängigste Faustregel lautet: Im Ruhestand brauchst du etwa 70–80 % deines letzten Nettoeinkommens. Warum nicht 100 %? Weil einige Kosten wegfallen: Fahrtkosten zur Arbeit, Berufskleidung, Sparraten für die Altersvorsorge selbst und häufig auch die Hypothek für die eigene Immobilie.

Allerdings kommen neue Kosten hinzu: Mehr Ausgaben für Gesundheit, Hobbys und Reisen. Und die Inflation nagt am Wert deiner Rente. Deshalb ist die 70-80% Regel nur ein Startpunkt — dein individüller Bedarf kann deutlich abweichen.

Bedarf nach Lebensstil: Die ehrliche Tabelle

Lebensstil Monatlicher Bedarf (Single) Monatlicher Bedarf (Paar) Was ist enthalten?
Bescheiden 1.200–1.500 EUR 1.800–2.200 EUR Miete, Essen, Grundversorgung, wenig Extras
Komfortabel 2.000–2.500 EUR 3.000–3.800 EUR + Auto, 1–2 Urlaube, Hobbys, Restaurant
Gehoben 3.000–4.000 EUR 4.500–5.500 EUR + häufige Reisen, Kultur, gehobener Konsum
Luxuriös 5.000+ EUR 7.000+ EUR + Premium-Wohnen, Fernreisen, keine Einschränkungen

Wichtig: Diese Werte sind in heutiger Kaufkraft. Durch Inflation wird dein nominaler Bedarf in 20–30 Jahren deutlich höher liegen. Bei 2 % Inflation braucht ein "komfortables" Single-Leben in 30 Jahren nicht 2.000, sondern rund 3.600 EUR pro Monat.

Die Rentenlücke: So berechnest du sie

Deine Rentenlücke ist die Differenz zwischen deinem gewünschten Bedarf und deiner voraussichtlichen gesetzlichen Rente. Und die ist für die meisten Menschen größer als gedacht.

1

Wunsch-Rente festlegen

Wie möchtest du im Alter leben? Wähle einen realistischen Betrag aus der Tabelle oben.

2

Gesetzliche Rente ermitteln

Schau in deine Renteninformation. Der Betrag "nach Abzügen" ist dein Ausgangspunkt (vor Steuern und Krankenversicherung).

3

Steuern und KV abziehen

Von der Bruttorente gehen noch ca. 11 % Kranken-/Pflegeversicherung und Einkommensteuer ab. Die Nettorente liegt typischerweise 15–25 % unter der Bruttorente.

4

Lücke berechnen

Wunsch-Nettorente minus gesetzliche Nettorente = deine Rentenlücke pro Monat.

Drei Beispielrechnungen

Person Bruttoeinkommen Gesetzl. Rente (netto, ca.) Wunsch (komfortabel) Rentenlücke
Anna (28, Erzieherin) 2.800 EUR ca. 1.050 EUR 2.000 EUR 950 EUR/Monat
Markus (35, Ingenieur) 5.000 EUR ca. 1.650 EUR 2.500 EUR 850 EUR/Monat
Sandra (42, Teilzeit) 1.800 EUR ca. 750 EUR 1.500 EUR 750 EUR/Monat

Selbst bei bescheidenem Lebensstil klafft bei den meisten eine Lücke von mehreren hundert Euro pro Monat. Berechne jetzt deine individülle Rentenlücke.

Was du brauchst vs. was du bekommst

Die durchschnittliche gesetzliche Rente in Deutschland lag 2025 bei rund 1.100 EUR netto für Männer und etwa 800 EUR netto für Frauen (nach Steuern und Sozialabgaben). Das reicht für die Miete und den Lebensmitteleinkauf — aber kaum für mehr. Das Rentenniveau liegt derzeit bei etwa 48 % des Durchschnittseinkommens und wird trotz Haltelinie langfristig unter Druck stehen.

Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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mit seiner GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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von 540 EUR und der Möglichkeit, in renditestarke ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →
s zu investieren, kann diese Lücke deutlich schließen. Wie viel du dafür monatlich sparen musst, hängt von deinem Alter und deinem Ziel ab. Unser Rentenlücken-Rechner zeigt es dir.

Häufig vergessene Kostenpunkte im Alter

Bei der Bedarfsplanung werden häufig einige Posten vergessen, die im Alter deutlich steigen können:

  • Gesundheitskosten: Zuzahlungen, Zahnersatz, Brillen, Hörgeräte — die Kasse zahlt oft nur einen Teil
  • Pflege: Selbst bei Pflegeversicherung bleibt ein Eigenanteil von oft 1.000–2.000 EUR/Monat
  • Wohnung: Barrierefreier Umbau oder Umzug können teuer werden
  • Inflation: 2 % jährlich bedeutet nach 20 Jahren 49 % höhere Preise
  • Einsamkeit: Soziale Aktivitäten, Vereine, Kurse kosten Geld
Tipp: Berechne mit dem Depot-Rechner, was bei deiner Sparrate am Ende herauskommt. Plane lieber grosszügig. Wer im Alter zu viel Geld hat, hat ein Luxusproblem. Wer zu wenig hat, hat ein existenzielles Problem. Die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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beim Altersvorsorgedepot reduziert deine Auszahlung zusätzlich — rechne das ein.

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In 2 Minuten weisst du, wie viel du monatlich sparen solltest — angepasst an dein Alter und Einkommen.

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