Key Facts: Vorabpauschale
- Was: Fiktiver Mindestgewinn, der jährlich versteuert wird
- Seit: 2018 (Investmentsteuergesetz)
- Basiszins 2025: 2,29 % (wird jährlich vom BMF festgelegt)
- Berechnung: Fondsbestand x Basiszins x 0,7 = Vorabpauschale
- Im Altersvorsorgedepot: Keine Vorabpauschale — Steuerfreiheit in der Ansparphase
- Die Vorabpauschale ist eine jaehrliche Steuer auf unrealisierte Gewinne bei thesaurierenden ETFs
- Berechnung: Fondswert x Basiszins x 0,7 -- davon 26,375 % Steuer
- Im Altersvorsorgedepot faellt KEINE Vorabpauschale an -- ein klarer Vorteil
- Spart ueber 30 Jahre mehrere Tausend Euro durch den Zinseszins auf den gestundeten Betrag
Was ist die Vorabpauschale bei ETFs?
Die VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
Mehr erfahren → ist ein steuerlicher Mechanismus, der seit 2018 gilt. Sie stellt sicher, dass der Staat auch bei thesaurierenden Fonds — also solchen, die ihre Erträge automatisch wieder anlegen statt auszuschütten — jedes Jahr Steuern kassiert. Der Gedanke dahinter: Wer einen ausschüttenden Fonds hält, zahlt auf die Dividenden AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren →. Wer einen thesaurierenden Fonds hält, soll nicht beliebig lange steuerfrei bleiben.
Die Vorabpauschale ist dabei kein tatsächlicher Gewinn, sondern ein fiktiver Mindestgewinn, den der Gesetzgeber unterstellt. Sie wird auf Basis eines Basiszinses berechnet, den das Bundesfinanzministerium jedes Jahr neu festlegt.
Wie wird die Vorabpauschale berechnet?
Die Berechnung erfolgt in drei Schritten:
- Basisertrag ermitteln: Fondswert am Jahresanfang x Basiszins x 0,7
- Vorabpauschale bestimmen: Basisertrag abzüglich bereits erfolgter Ausschüttungen (mindestens 0 Euro)
- Steuer berechnen: Vorabpauschale x Teilfreistellung x AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren →satz
Konkretes Beispiel: Du hältst am 1. Januar einen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → im Wert von 50.000 Euro. Der Basiszins beträgt 2,29 %:
| Berechnungsschritt | Wert |
|---|---|
| Fondswert am 1. Januar | 50.000 Euro |
| Basiszins 2025 | 2,29 % |
| Basisertrag (50.000 x 2,29 % x 0,7) | 801,50 Euro |
| Abzgl. Teilfreistellung Aktienfonds (30 %) | -240,45 Euro |
| Steuerpflichtiger Betrag | 561,05 Euro |
| Abgeltungsteuer (26,375 %) | ~147,98 Euro |
| Abzgl. Sparerpauschbetrag (falls vorhanden) | Bis -1.000 Euro |
Wichtig: Die Vorabpauschale fällt nur an, wenn der Fonds im betreffenden Jahr eine positive Wertentwicklung hatte. Hat dein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → Verluste gemacht, wird keine Vorabpauschale berechnet. Ausserdem kann die Vorabpauschale nie höher sein als der tatsächliche Wertzuwachs.
Was passiert mit der Vorabpauschale beim Verkauf?
Keine Sorge vor Doppelbesteuerung: Die bereits gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf deiner Fondsanteile mit dem Veräusserungsgewinn verrechnet. Du zahlst also insgesamt nicht mehr Steuern — die Steuer wird nur zeitlich vorgezogen.
Beispiel: Du kaufst einen ETF für 10.000 Euro und verkaufst ihn nach 5 Jahren für 15.000 Euro. In dieser Zeit hast du insgesamt 200 Euro Vorabpauschale versteuert. Dein steuerpflichtiger Gewinn beim Verkauf beträgt dann nicht 5.000 Euro, sondern nur 4.800 Euro.
Basiszins: Wie wird er festgelegt?
Der Basiszins wird jährlich vom Bundesfinanzministerium auf Basis der Bundesbankzinsen veröffentlicht. Er schwankt stark mit dem allgemeinen Zinsniveau:
| Jahr | Basiszins | Vorabpauschale relevant? |
|---|---|---|
| 2018 | 0,87 % | Ja (gering) |
| 2019 | 0,52 % | Ja (gering) |
| 2020 | -0,45 % | Nein (negativ = keine Vorabpauschale) |
| 2021 | -0,45 % | Nein |
| 2022 | -0,05 % | Nein |
| 2023 | 2,55 % | Ja (deutlich spürbar) |
| 2024 | 2,29 % | Ja |
| 2025 | 2,29 % | Ja |
Warum die Vorabpauschale im Altersvorsorgedepot wegfällt
Im Altersvorsorgedepot gilt das Prinzip der Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren →: Während der gesamten Ansparphase — die Jahrzehnte dauern kann — fallen keine Steuern auf Erträge an. Das betrifft sowohl die AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren → als auch die Vorabpauschale.
Das ist ein erheblicher Vorteil, denn:
- Das volle Kapital bleibt investiert und arbeitet für dich — mehr dazu unter Rendite erklärt
- Der Zinseszins-Effekt wirkt ungebremst — wie Compound Interest funktioniert
- Du brauchst keine Liquiditätsreserve für die jährliche Steuerzahlung
- Die Steuererklärung ist einfacher — keine Vorabpauschale-Berechnung nötig
Aber: Bei der Auszahlung im Alter werden die Erträge dann mit deinem persönlichen EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
Mehr erfahren → besteuert. In den meisten Fällen ist dieser im Alter jedoch deutlich niedriger als die Abgeltungsteuer plus Vorabpauschale während des Erwerbslebens.
Praktischer Umgang mit der Vorabpauschale im normalen Depot
Falls du neben dem Altersvorsorgedepot auch ein normales Depot hast, musst du die Vorabpauschale einplanen. Hier die wichtigsten Tipps:
- Freistellungsauftrag nutzen: Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro federt die Vorabpauschale ab
- Liquidität vorhalten: Deine Bank bucht die Steuer automatisch vom Verrechnungskonto ab — stelle sicher, dass genug Guthaben vorhanden ist
- Zeitpunkt: Die Belastung erfolgt im Januar des Folgejahres
- Ausschüttende vs. thesaurierende Fonds: Bei ausschüttenden Fonds fällt die Vorabpauschale geringer aus, da die Ausschüttungen bereits besteuert wurden
Vorabpauschale zusammengefasst: Was du wissen musst
Die Vorabpauschale ist eine jährliche Steuerbelastung auf thesaurierende Fonds und ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s im normalen Depot. Sie basiert auf einem fiktiven Mindestgewinn und wird beim späteren Verkauf verrechnet. Im Altersvorsorgedepot fällt sie komplett weg — ein klarer Vorteil für den langfristigen Vermögensaufbau, da der volle Zinseszins-Effekt erhalten bleibt. Berechne dein persoenliches Ergebnis mit dem Depot-Rechner.
Stand: Maerz 2026. Alle Angaben ohne Gewaehr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details koennen sich noch aendern.
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Alle Kosten des Altersvorsorgedepots im Überblick — von TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → bis Depotgebühr.