Die Kurzantwort
- Deutsche mit Angst vor Altersarmut 61 %
- Durchschnittliche gesetzliche Rente (2024) ca. 1.250 EUR/Monat
- Rentenlücke im Schnitt 500–800 EUR/Monat
- Einstieg früh statt spät halbiert die nötige Sparrate
- AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → Förderung ab 2027
Die Angst ist real — und sie trifft die Falschen
Laut einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) fürchten 61 % der Deutschen, im Alter nicht genug Geld zu haben. Das ist mehr als jeder Zweite. Und diese Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen: Die Schere zwischen gesetzlicher Rente und tatsächlichem Bedarf wächst seit Jahren.
Was viele nicht wissen: Die Menschen, die am meisten Angst haben, sind oft gar nicht die, die am stärksten gefährdet sind. Wer sich Gedanken macht, hat bereits den entscheidenden ersten Schritt getan. Wer handelt, hat die Kurve schon genommen. Das größte Risiko liegt bei denen, die das Thema aufschieben — weil "noch Zeit ist".
Was "sorgenfrei" konkret bedeutet
"Sorgenfrei im Alter" ist kein Luxus. Es bedeutet nicht, jeden Monat in Urlaub zu fliegen oder ein teures Auto zu fahren. Es bedeutet, die Grundlagen abgedeckt zu haben: Miete oder abbezahltes Eigentum, Essen, Gesundheitskosten, ein soziales Leben und die Freiheit, gelegentlich etwas Besonderes zu tun — ohne jeden Monat auf den Kontostand zu starren.
Eine realistische Kalkulation für einen Single in einer deutschen Mittelstadt sieht so aus: 800–1.000 EUR Miete, 300–400 EUR Lebenshaltungskosten, 150–200 EUR Gesundheit und Medikamente, 200–300 EUR Freizeit und soziale Teilhabe. Das ergibt einen monatlichen Bedarf von 1.450 bis 1.900 EUR netto. Die durchschnittliche gesetzliche Rente liegt bei rund 1.250 EUR brutto. Die Rentenlücke ist damit für viele Menschen real und strukturell — nicht nur ein Gefühl.
Wie groß deine persönliche Rentenlücke ist: Rentenlücke berechnen — so geht's.
Der 5-Schritte-Plan für ein sorgenfreies Alter
Schritt 1: Status quo ehrlich kennen
Hol dir deinen aktuellen Renteninformationsbrief der Deutschen Rentenversicherung heraus — oder bestelle ihn online unter rentenversicherung.de. Dort steht deine voraussichtliche Rente, basierend auf bisherigen Beiträgen. Das ist deine Ausgangsbasis. Ignoriere diesen Brief nicht — er ist die ehrlichste Zahl, die du über deine Altersvorsorge hast.
Schritt 2: Rentenlücke berechnen
Ziehe von deinem gewünschten Netto-Monatsbedarf im Alter deine voraussichtliche gesetzliche Rente ab. Was übrig bleibt, ist deine persönliche Rentenlücke. Für einen Monatsbedarf von 1.700 EUR und einer Rente von 1.100 EUR wären das 600 EUR pro Monat, die du anderweitig absichern musst. Diese Lücke ist dein Ziel. Mehr dazu: Wie viel Rente brauche ich wirklich?
Schritt 3: Realistische Sparrate festlegen
Wie viel kannst du monatlich zur Seite legen? Für die meisten Menschen ist die Antwort "weniger als ich sollte, aber mehr als ich denke". Selbst 100 EUR pro Monat machen über 30 Jahre bei 6 % Rendite einen erheblichen Unterschied. Beginne mit dem, was möglich ist — und erhöhe die Sparrate jedes Mal, wenn das Einkommen steigt. Mehr: Welche Sparquote nach Alter sinnvoll ist.
Schritt 4: Depot oder Altersvorsorgedepot eröffnen
Ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Depot bei einem günstigen Online-Broker kostet nichts und ist in 15 Minuten eingerichtet. Ab 2027 kommt das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → als staatlich geförderte Alternative dazu. Wer heute noch kein Depot hat, kann mit einem freien ETF-Sparplan beginnen und 2027 nahtlos umsteigen oder beides parallel bespielen. Die Details: Was ist das Altersvorsorgedepot?
Schritt 5: Automatisieren und loslassen
Richte einen automatischen Dauerauftrag ein, der am ersten des Monats vom Girokonto auf das Depot überweist. Das ist das wichtigste Prinzip des erfolgreichen Sparens: Pay yourself first. Wer erst am Ende des Monats investiert, was übrig bleibt, investiert meistens gar nichts. Wer zuerst investiert und dann mit dem Rest lebt, baut automatisch Vermögen auf.
Wie viel musst du monatlich sparen — je nach Einstiegsalter?
Die folgende Tabelle zeigt, welche monatliche Sparrate nötig ist, um im Rentenalter 500 EUR zusätzliche monatliche Rente zu erhalten. Grundlage: 25 Jahre Rentendauer, 6 % Rendite p.a. in der Ansparphase, Rentenalter 67.
| Einstiegsalter | Jahre bis Rente | Nötige Sparrate/Monat | Gezahlte Einzahlungen gesamt | Zinsen und Erträge |
|---|---|---|---|---|
| 25 Jahre | 42 Jahre | ca. 115 EUR | ca. 57.960 EUR | ca. 92.000 EUR |
| 30 Jahre | 37 Jahre | ca. 165 EUR | ca. 73.260 EUR | ca. 76.000 EUR |
| 35 Jahre | 32 Jahre | ca. 235 EUR | ca. 90.240 EUR | ca. 59.000 EUR |
| 40 Jahre | 27 Jahre | ca. 340 EUR | ca. 110.160 EUR | ca. 39.000 EUR |
| 45 Jahre | 22 Jahre | ca. 505 EUR | ca. 133.320 EUR | ca. 16.000 EUR |
| 50 Jahre | 17 Jahre | ca. 770 EUR | ca. 157.080 EUR | ca. -8.000 EUR |
Die Botschaft ist klar: Wer mit 25 startet, zahlt monatlich rund 115 EUR und erhält nach 67 deutlich mehr zurück als er eingezahlt hat — weil der Zinseszins über 42 Jahre seine ganze Kraft entfaltet. Wer mit 50 einsteigt, zahlt fast siebenfach so viel und bekommt am Ende weniger als seine Einzahlungen zurück. Die Zeit ist der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau. Mehr dazu: Altersarmut konkret vermeiden.
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) veröffentlicht regelmäßig aktuelle Studien zur Altersvorsorge in Deutschland — mit repräsentativen Daten zu Sparverhalten, Vorsorgelücken und Rentenerwartungen.
Drei Rechenbeispiele aus dem echten Leben
Anna, 28, Lehrerin: 150 EUR/Monat ab sofort
Anna zahlt monatlich 150 EUR in einen MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →-ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Sparplan ein. Bei 7 % Rendite über 39 Jahre bis zur Rente mit 67 hat sie ein Depot von rund 350.000 EUR aufgebaut. Davon eingezahlt: 70.200 EUR. Den Rest hat der Zinseszinseffekt erledigt. Monatlich kann sie daraus rund 700 EUR Rente entnehmen — die Rentenlücke ist geschlossen.
Markus, 38, Selbständiger: 300 EUR/Monat, unregelmäßig
Markus ist Selbständiger und zahlt in schlechten Monaten weniger, in guten Monaten mehr. Im Schnitt sind es 300 EUR. Über 29 Jahre ergibt das bei 6,5 % Rendite rund 340.000 EUR. Genug, um den Lebensabend ohne staatliche Grundsicherung zu gestalten.
Sabine, 52, Bürokauffrau: Spät, aber nicht zu spät
Sabine hat erst mit 52 angefangen, monatlich 400 EUR zu investieren. Nach 15 Jahren bis zur Rente ergibt das bei 6 % Rendite rund 116.000 EUR — kein Luxusdepot, aber ein echter Puffer, der den Ruhestand deutlich entspannter macht.
Checkliste: Bin ich auf dem richtigen Weg?
| Punkt | Erledigt? |
|---|---|
| Renteninformationsbrief gelesen und verstanden | ja / nein |
| Persönliche Rentenlücke berechnet | ja / nein |
| Notgroschen von 3–6 Monatsgehältern vorhanden | ja / nein |
| Depot oder ETF-Sparplan eröffnet und aktiv | ja / nein |
| Monatlicher Dauerauftrag eingerichtet | ja / nein |
| Informiert über AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz. Mehr erfahren → ab 2027 | ja / nein |
Wer drei oder mehr Punkte mit "nein" beantwortet, hat heute noch konkrete Möglichkeiten, die eigene Situation zu verbessern. Es ist nie zu spät — aber es lohnt sich, jetzt zu handeln statt in einem Jahr. Wer erst spät mit dem Sparen beginnt, findet im Ratgeber Mit 40 noch nie vorgesorgt konkrete Strategien für den schnellen Aufbau. Und wer nachhaken möchte, ob die Rente rechnerisch ausreicht, findet das in Reicht meine Rente zum Leben? mit echten Durchschnittszahlen.
Berechne deine persönliche Sparrate
Wie viel musst du monatlich zur Seite legen, damit du im Alter ohne Sorgen lebst? Unser Rechner gibt dir die Antwort — kostenlos und in zwei Minuten.
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