Das Wichtigste in Kürze
- Eingeführt 2002 (nach Walter Riester benannt)
- Aktive Verträge Ca. 15,8 Mio. (sinkend)
- GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → 175 EUR/Jahr - KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → 300 EUR/Kind (ab 2008 geboren) - SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → Bis 2.100 EUR/Jahr - Nachfolger ab 2027 Altersvorsorgedepot
Was ist die Riester-Rente?
Die Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren → ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Sie wurde 2002 als Ausgleich für die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente eingeführt. Benannt ist sie nach dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester.
Das Grundprinzip: Du zahlst in einen zertifizierten Riester-Vertrag ein, der Staat gibt Zulagen dazu und du kannst die Beiträge als Sonderausgaben steuerlich absetzen. Im Gegenzug musst du die Rente später voll versteuern (Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren →).
Wer ist förderberechtigt?
Unmittelbar förderberechtigt sind alle PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
Mehr erfahren →en in der gesetzlichen Rentenversicherung — also die grosse Mehrheit der Arbeitnehmer. Dazu kommen Beamte, Soldaten und bestimmte weitere Gruppen. Selbstständige sind in der Regel nicht förderberechtigt (Ausnahme: pflichtversicherte Selbstständige).
Ehepartner können als mittelbar Förderberechtigte ebenfalls Zulagen erhalten, wenn der Partner unmittelbar berechtigt ist und einen eigenen Riester-Vertrag hat. Ausführliche Informationen zur Förderberechtigung bietet die Deutsche Rentenversicherung.
Zulagen und Steuervorteile
| Förderung | Betrag | Bedingung |
|---|---|---|
| GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr. Mehr erfahren → |
175 EUR/Jahr | 4 % des Vorjahres-Bruttogehalts einzahlen (inkl. Zulage) |
| KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt. Mehr erfahren → (ab 2008) |
300 EUR/Kind/Jahr | Kindergeldanspruch |
| Kinderzulage (vor 2008) | 185 EUR/Kind/Jahr | Kindergeldanspruch |
| Berufseinsteigerbonus | 200 EUR (einmalig) | Unter 25 Jahre bei Vertragsabschluss |
| SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer. Mehr erfahren → |
Bis 2.100 EUR/Jahr | GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis. Mehr erfahren →: Finanzamt prüft automatisch |
Sockelbeitrag beachten: Um überhaupt Zulagen zu erhalten, musst du mindestens den Sockelbeitrag von 60 EUR pro Jahr (5 EUR/Monat) einzahlen. Wer gar nichts einzahlt, bekommt auch keine Zulage. Für die volle Zulage sind 4 % des Vorjahres-Bruttogehalts nötig (abzüglich Zulagen), mindestens aber diese 60 EUR.
Günstigerprüfung: Das Finanzamt prüft automatisch, ob der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → oder die Zulagen für dich vorteilhafter sind. Du bekommst immer das bessere Ergebnis. Bei höherem Einkommen (und damit höherem GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
Mehr erfahren →) lohnt sich der Sonderausgabenabzug mehr als die Zulagen allein.
Die vier Riester-Produktarten
- Riester-Rentenversicherung — Klassisch mit Garantiezins. Sicherste, aber auch renditeärmste Variante.
- Riester-Fondssparplan — Renditeorientierter, aber mit Garantieproblemen. Anbieter: DWS, Union Investment.
- Riester-Banksparplan — Auslaufmodell mit minimaler Verzinsung. Kaum noch verfügbar.
- Wohn-Riester — Für die Eigenheim-Finanzierung. Sonderform mit Wohnförderkonto.
Warum die Riester-Rente gescheitert ist
Die Riester-Rente galt lange als Vorzeige-Modell der privaten Altersvorsorge. Doch die Realität sieht anders aus:
- Zu hohe Kosten: Abschluss- und Verwaltungskosten fressen bis zu 40 % der Rendite. Viele Sparer haben nach 20 Jahren weniger, als sie eingezahlt haben (abzüglich Zulagen).
- Beitragsgarantie als Renditefresser: Die Pflicht, mindestens die eingezahlten Beiträge zu garantieren, zwingt Anbieter in sichere (= renditearme) Anlagen. Bei Niedrigzins eine Katastrophe.
- Komplexität: Zulagen beantragen, Eigenbeitrag berechnen, Förderquoten verstehen — zu kompliziert für die meisten Menschen.
- Ruhende Verträge: Millionen Verträge werden nicht mehr bespart. Das Geld liegt mit Minirendite fest und verliert real an Wert.
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Bestehende Verträge bleiben erhalten. Du hast drei Optionen:
- Stilllegen: Beiträge stoppen, Zulagen behalten, Vertrag ruht bis zur Rente
- Weiterbesparen: Wenn die Zulagen lohnen (z. B. mehrere Kinder)
- Übertrag ins Altersvorsorgedepot: Ab 2027 möglicherweise möglich (Details noch offen)
Achtung bei Kündigung: Wer den Riester-Vertrag FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
Mehr erfahren → kündigt, muss alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Das ist fast immer ein Verlustgeschäft.
Riester vs. Altersvorsorgedepot — Der Vergleich
| Kriterium | Riester-Rente | Altersvorsorgedepot (ab 2027) |
|---|---|---|
| Anlagefreiheit | Stark eingeschränkt | Freie ETF-Wahl |
| Kosten | 1,5-3,0 % p.a. | 0,2-0,5 % p.a. |
| Beitragsgarantie | 100 % Pflicht | Optional (0/80/100 %) |
| Maximale Förderung | 2.100 EUR/Jahr | 3.000 EUR/Jahr (Sonderausgaben) |
| Transparenz | Gering | Voll (Depot-Auszüge) |
Mehr dazu: Depot vs. Riester im Detail.
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