Rentenlücke — Die wichtigsten Zahlen
- Rentenniveau (netto vor Steuern) 48,0 %
- Empfohlener Bedarf im Alter 80 % des letzten Netto
- Typische Rentenlücke 500 – 1.800 EUR/Monat
- Durchschnittsrente (2025) ca. 1.550 EUR brutto
- Maximale AVD-Förderung 540 EUR/Jahr + KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem, was du im Alter zum Leben brauchst, und dem, was die gesetzliche Rente tatsächlich zahlt. Sie entsteht, weil das Rentenniveau in Deutschland bei etwa 48 Prozent liegt. Das bedeutet: Selbst nach 45 Beitragsjahren bekommst du als Durchschnittsverdiener weniger als die Hälfte deines letzten Bruttogehalts.
Die Faustformel der Finanzwissenschaft lautet: Im Alter brauchst du etwa 80 Prozent deines letzten Nettoeinkommens, um deinen Lebensstandard zu halten. Manche Kosten fallen weg (Pendeln, Berufskleidung, Altersvorsorgebeiträge), andere steigen (Gesundheit, Freizeit). Die 80-Prozent-Regel ist ein guter Mittelwert.
Rentenlücke nach Gehaltsstufe
Die folgende Tabelle zeigt, wie groß die Rentenlücke bei verschiedenen Bruttogehältern ausfällt. Annahmen: 40 Beitragsjahre, Rentenniveau 48 Prozent, Steuerklasse I, keine Kinder, Bedarf 80 Prozent vom letzten Netto.
| Bruttogehalt/Monat | Netto ca. | Bedarf (80 %) | Gesetzl. Rente netto ca. | Rentenlücke/Monat |
|---|---|---|---|---|
| 2.500 EUR | 1.750 EUR | 1.400 EUR | 950 EUR | 450 EUR |
| 3.000 EUR | 2.050 EUR | 1.640 EUR | 1.100 EUR | 540 EUR |
| 3.500 EUR | 2.350 EUR | 1.880 EUR | 1.250 EUR | 630 EUR |
| 4.000 EUR | 2.650 EUR | 2.120 EUR | 1.400 EUR | 720 EUR |
| 4.500 EUR | 2.900 EUR | 2.320 EUR | 1.500 EUR | 820 EUR |
| 5.000 EUR | 3.100 EUR | 2.480 EUR | 1.550 EUR | 930 EUR |
| 6.000 EUR | 3.600 EUR | 2.880 EUR | 1.550 EUR | 1.330 EUR |
| 7.500 EUR | 4.350 EUR | 3.480 EUR | 1.550 EUR | 1.930 EUR |
Netto-Werte gerundet, abhängig von Steuerklasse, Kirchensteuer und Bundesland. Ab der Beitragsbemessungsgrenze (2025: 7.550 EUR/Monat West) steigt die gesetzliche Rente nicht weiter.
Warum die Lücke größer ist als gedacht
Die Tabelle oben zeigt die Lücke nach heutigen Werten. Drei Faktoren machen die reale Lücke oft noch größer:
- Inflation: Bei 2 Prozent Inflation pro Jahr hat ein Euro in 30 Jahren nur noch etwa 55 Prozent seiner heutigen Kaufkraft. Deine Rentenlücke in 30 Jahren ist nominal deutlich höher als die heutigen Zahlen.
- Unvollständige Erwerbsbiografie: Studium, Arbeitslosigkeit, Elternzeit, Teilzeit, Selbständigkeit — all das reduziert deine Rentenansprüche. Die wenigsten kommen auf volle 45 Beitragsjahre.
- Steigende Gesundheitskosten: Zuzahlungen, Zahnersatz, Pflege — diese Kosten steigen mit dem Alter und werden von der 80-Prozent-Faustformel nicht vollständig abgedeckt.
Wie du deine persönliche Rentenlücke berechnest
In drei Schritten kommst du zu deiner individuellen Zahl:
Schritt 1: Bedarf im Alter bestimmen
Nimm dein aktuelles Nettoeinkommen und multipliziere es mit 0,8. Das ist dein geschätzter monatlicher Bedarf im Ruhestand. Wer bescheidener lebt, kann mit 70 Prozent rechnen. Wer viel reisen möchte, sollte 85 bis 90 Prozent ansetzen.
Schritt 2: Erwartete gesetzliche Rente ermitteln
Deine jährliche Renteninformation (kommt per Post oder online über das Portal der Deutschen Rentenversicherung) zeigt dir, wie hoch deine Rente voraussichtlich ausfällt. Achtung: Der dort genannte Betrag ist brutto. Nach Abzug von Krankenversicherung (ca. 11 Prozent) und EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
Mehr erfahren → bleiben deutlich weniger.
Schritt 3: Lücke ausrechnen
Bedarf minus erwartete Netto-Rente = deine Rentenlücke. Diese Lücke musst du aus eigenen Mitteln schließen — durch betriebliche Altersversorgung, das Altersvorsorgedepot, ein freies Depot oder andere Einkommensquellen.
Wie das Altersvorsorgedepot die Lücke schließt
Das Altersvorsorgedepot ist eines der wirksamsten Instrumente, um die Rentenlücke zu verkleinern. Durch die Kombination aus Eigenbeiträgen, staatlicher GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → (bis 540 EUR/Jahr), KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → (300 EUR/Kind/Jahr) und steuerfreiem Wachstum in der Ansparphase entsteht über Jahrzehnte ein erhebliches Vermögen.
| Eigenbeitrag/Monat | Laufzeit | Endkapital (6 % p.a.)* | Monatl. Zusatzrente** |
|---|---|---|---|
| 50 EUR | 30 Jahre | ca. 50.500 EUR | ca. 280 EUR |
| 100 EUR | 30 Jahre | ca. 101.000 EUR | ca. 560 EUR |
| 150 EUR (Maximum) | 30 Jahre | ca. 151.500 EUR | ca. 840 EUR |
| 150 EUR + 2 Kinder | 30 Jahre | ca. 210.000 EUR | ca. 1.170 EUR |
*Ohne Förderung wäre das Endkapital ca. 30% geringer. **Geschätzt auf Basis eines 15-jährigen Auszahlungsplans, vor Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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Mit dem maximalen Eigenbeitrag von 150 EUR pro Monat und 30 Jahren Laufzeit kannst du eine Zusatzrente von rund 840 EUR monatlich aufbauen. Bei zwei Kindern sogar über 1.100 EUR. Das reicht in vielen Fällen, um die Rentenlücke vollständig zu schließen.
Rentenlücke nach Lebenssituation
Die Rentenlücke hängt stark von deiner individuellen Situation ab. Hier einige typische Szenarien:
- Berufseinsteiger (25): Noch weit entfernt, aber der ideale Zeitpunkt zum Starten. 42 Jahre Zinseszins-Effekt machen selbst kleine Beiträge wirkungsvoll. AVD mit 20.
- Junge Familie (35, 2 Kinder): KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → von 600 EUR/Jahr macht das AVD besonders attraktiv. AVD nach Geburt. - Teilzeit (40, Wiedereinstieg): Geringere Rentenansprüche durch Teilzeitjahre. Die hohe Förderquote (50 % auf die ersten 360 EUR) lohnt sich gerade bei kleinem Einkommen. AVD bei Teilzeit.
- Gutverdiener (45): Große Lücke durch gedeckelte Rente. SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → und GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
Mehr erfahren → bringen zusätzliche Steuerersparnis. AVD mit 40. - Selbständig (50): Oft kaum gesetzliche Rentenansprüche. Erstmals mit dem AVD förderberechtigt. AVD für Selbständige.
Die Rentenlücke mit verschiedenen Produkten schließen
| Produkt | Rendite p.a. | Förderung | Flexibilität | Steuervorteil |
|---|---|---|---|---|
| Altersvorsorgedepot | 6 – 8 % | Zulagen + SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer. Mehr erfahren → | Mittel | Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Mehr erfahren → |
| Freies ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau. Mehr erfahren →-Depot | 6 – 8 % | Keine | Hoch | AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase. Mehr erfahren → |
| Betriebsrente (bAV) | 2 – 4 % | AG-Zuschuss 15 % | Gering | Nachgelagert |
| Rürup-Rente | 2 – 5 % | SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer. Mehr erfahren → | Keine | Nachgelagert |
| Tagesgeld/Festgeld | 1 – 3 % | Keine | Hoch | AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase. Mehr erfahren → |
Das Altersvorsorgedepot bietet die beste Kombination aus Rendite, Förderung und vertretbarer Flexibilität. Für maximale Flexibilität ergänzt du es mit einem freien ETF-Depot. Der GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
Mehr erfahren → im Alter entscheidet, ob die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren → oder die AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren → günstiger ist.
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