Das Wichtigste in Kuerze
- Regelaltersgrenze 67 Jahre (ab Jahrgang 1964)
- Uebergangsphase Jahrgaenge 1947-1963: stufenweise Anhebung
- Fruehester Rentenbeginn 63 Jahre (mit Abschlaegen oder 45 Beitragsjahren)
- Abschlag pro Monat frueher 0,3 % (3,6 % pro Jahr)
- Maximaler Abschlag 14,4 % (4 Jahre frueher)
Die Regelaltersgrenze — 67 ist das neue 65
Seit 2012 wird die Regelaltersgrenze schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Den genauen Zeitpunkt fuer deinen Jahrgang kannst du auch im Rentenalter-Rechner der Deutschen Rentenversicherung pruefen. Wer ab 1964 geboren ist, muss bis 67 arbeiten, um eine abschlagsfreie gesetzliche Rente zu erhalten. Fuer aeltere Jahrgaenge gelten Uebergangsregelungen.
Jahrgangs-Tabelle: Dein persoenliches Rentenalter
| Geburtsjahrgang | Regelaltersgrenze | Anhebung |
|---|---|---|
| 1958 | 66 Jahre | +12 Monate |
| 1959 | 66 Jahre + 2 Monate | +14 Monate |
| 1960 | 66 Jahre + 4 Monate | +16 Monate |
| 1961 | 66 Jahre + 6 Monate | +18 Monate |
| 1962 | 66 Jahre + 8 Monate | +20 Monate |
| 1963 | 66 Jahre + 10 Monate | +22 Monate |
| 1964 und spaeter | 67 Jahre | +24 Monate |
Fruehrente — frueher aufhoeren, weniger bekommen
Grundsaetzlich kannst du ab 63 Jahren in Rente gehen — aber mit Abschlaegen. Pro Monat, den du vor deiner Regelaltersgrenze in Rente gehst, wird deine Rente um 0,3 % gekuerzt. Pro Jahr sind das 3,6 %, bei 4 Jahren also maximal 14,4 %.
Es gibt aber Ausnahmen, bei denen du abschlagsfrei frueher in Rente gehen kannst:
- Besonders langjaehrig Versicherte (45 Beitragsjahre) — Wer 45 Jahre Pflichtbeitraege gezahlt hat, kann 2 Jahre vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei in Rente.
- Schwerbehinderte (GdB ab 50) — Koennen ebenfalls frueher in Rente, mit reduzierten Abschlaegen.
- Spaeter arbeiten (ueber 67) — Jedes Jahr laenger bringt 6 % Zuschlag auf die Rente. Keine Obergrenze.
Rente mit 67 — die Standardregel
Fuer alle ab 1964 Geborenen gilt: Rente mit 67 ist der Standard. Du brauchst mindestens 5 Jahre Wartezeit (Mindestversicherungszeit), um ueberhaupt Anspruch auf Altersrente zu haben. Die 5 Jahre koennen auch durch Kindererziehungszeiten oder Pflege erfuellt werden.
Abschlaege vs. Zuschlaege im Ueberblick
| Szenario | Faktor | Bei 1.600 EUR Bruttorente |
|---|---|---|
| 4 Jahre frueher (63) | -14,4 % | 1.370 EUR (-230 EUR/Monat) |
| 2 Jahre frueher (65) | -7,2 % | 1.485 EUR (-115 EUR/Monat) |
| Regulaer (67) | 0 % | 1.600 EUR |
| 1 Jahr spaeter (68) | +6,0 % | 1.696 EUR (+96 EUR/Monat) |
| 2 Jahre spaeter (69) | +12,0 % | 1.792 EUR (+192 EUR/Monat) |
Rente 67 — reicht die Zeit zum Sparen?
Das steigende Rentenalter hat auch einen Vorteil: Du hast laenger Zeit, fuer die Rente zu sparen. Wer mit 30 beginnt, hat noch 37 Jahre bis zur Regelaltersgrenze — mehr als genug, um mit einem ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Sparplan im Altersvorsorgedepot ein solides Vermoegen aufzubauen.
Allerdings zeigt die Rentenformel, dass selbst 45 Arbeitsjahre oft nicht fuer eine auskoemmliche gesetzliche Rente reichen. Das aktuelle Rentenniveau von rund 48 % bedeutet: Wer im Berufsleben 3.000 EUR netto verdient, bekommt als Rente nur etwa 1.440 EUR netto. Die Luecke muss privat geschlossen werden.
Mehr erfahren →-ETF im Altersvorsorgedepot investiert, hat bis 67 bei 6 % Rendite rund 300.000 EUR — plus GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → und Steuervorteile.
Was bedeutet das fuer dein Altersvorsorgedepot?
Dein Rentenalter bestimmt, wie lange dein Geld im Altersvorsorgedepot wachsen kann. Die lange Ansparphase bis 67 ist dabei ein Vorteil: Der Zinseszinseffekt braucht Zeit, um richtig zu wirken. 37 Jahre Sparzeit (von 30 bis 67) bedeuten, dass sich dein Kapital bei 6 % Rendite mehr als verachtfacht.
Wer frueher in Rente will, braucht ein groesseres Depot oder hoehere Einzahlungen. Das Altersvorsorgedepot kannst du ab Rentenalter entsparen — auch bei Fruehrente. Beachte aber: Eine vorzeitige Entnahme vor dem Rentenalter ist FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
Mehr erfahren →. Plane mit dem Depot-Rechner, was realistisch ist.
Die Kombination ist entscheidend: Die gesetzliche Rente als Basis, das Altersvorsorgedepot als Rendite-Baustein. So vermeidest du Altersarmut und hast genug Spielraum — egal ob du mit 63 oder 67 in Rente gehst.
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