Das Wichtigste in Kürze
- Mythos "zu riskant" Widerlegt (kein 15-Jahres-Verlust)
- Mythos "nur für Reiche" Falsch (ab 1 EUR Sparrate)
- Mythos "Staat zockt" Falsch (du bestimmst die Anlage)
- Mythos "Riester war besser" Falsch (3x höhere Zulage)
- Mythos "nichts für Ältere" Differenziert (ab 50 noch sinnvoll)
Mythos 1: "Aktien sind viel zu riskant für die Altersvorsorge"
Faktencheck: Falsch. Das ist der häufigste Einwand — und der am einfachsten zu widerlegen. Der MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren → hat in den letzten 50 Jahren über JEDEN 15-Jahres-Zeitraum eine positive Rendite erzielt. Kein einziger 15-Jahres-Zeitraum seit 1970 endete im Minus — auch nicht, wenn du zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt eingestiegen wärst.
Das Altersvorsorgedepot hat zudem einen Anlagehorizont von typischerweise 25–40 Jahren. Bei einem so langen Zeitraum sind kurzfristige Kursschwankungen irrelevant. Und wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, wählt Variante 1 (100 % Beitragsgarantie) oder Variante 2 (80 % Garantie). Mehr: Wie riskant ist die Aktienrente wirklich?
Mythos 2: "Die Aktienrente ist nur etwas für Reiche"
Faktencheck: Falsch. Das Gegenteil ist wahr. Geringverdiener profitieren von der Aktienrente sogar überproportional. Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → von 540 EUR/Jahr bekommst du schon bei einem Mindesteigenbeitrag von 120 EUR/Jahr (10 EUR/Monat). Das ergibt eine Förderquote von über 80 %. Bei Riester lag der Mindesteigenbeitrag höher und die Zulage niedriger.
Außerdem gibt es das staatliche Standarddepot für alle, die keinen Broker auswählen wollen. Kein Finanzwissen nötig, niedrigste Kosten, automatische Anlage. Die Aktienrente ist bewusst so gestaltet, dass auch Normalverdiener und PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
Mehr erfahren →e mit geringem Einkommen davon profitieren.
Mythos 3: "Der Staat zockt mit meinem Geld an der Börse"
Faktencheck: Falsch. Du bestimmst selbst, in welche ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s und Fonds dein Geld fließt. Der Staat stellt lediglich den Rahmen bereit und zahlt Zulagen. Dein Depot läuft auf deinen Namen bei einer Bank oder einem Broker deiner Wahl. Der Staat hat keinen Zugriff auf dein Kapital.
Das Standarddepot wird zwar staatlich organisiert, aber auch dort ist dein Geld in einem Sondervermögen geschützt — es gehört dir, nicht dem Staat und nicht der depotführenden Bank. Selbst bei einer Bankpleite ist dein ETF-Vermögen sicher. Ausführliche Erklärung: Wie sicher ist die Aktienrente?
Mythos 4: "Die alte Riester-Rente war doch besser"
Faktencheck: Falsch. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
| Merkmal | Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt. Mehr erfahren → (alt) |
Altersvorsorgedepot (neu) |
|---|---|---|
| GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr. Mehr erfahren → |
175 EUR/Jahr | 540 EUR/Jahr |
| Typische Kosten | 1,5–2,5 % p.a. | 0,2–0,5 % p.a. |
| Anlage in ETFs | Nicht möglich | Ja, frei wählbar |
| Erwartete Rendite | 0–3 % | 5–8 % |
| Anbieterwechsel | Teuer und kompliziert | Kostenlos und einfach |
6 Millionen ruhend gestellte Riester-Verträge sind der beste Beweis dafür, dass das alte System gescheitert ist. Das Altersvorsorgedepot ist in praktisch jedem Punkt besser. Mehr: Pro und Contra im Detail.
Mythos 5: "Wenn die Börse crasht, ist mein Geld weg"
Faktencheck: Stark vereinfacht. Ja, Börsencrashs passieren. Der MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren → verlor im Corona-Crash 2020 innerhalb weniger Wochen rund 34 %. Aber: Bereits nach sechs Monaten hatte er den Verlust wieder aufgeholt. Selbst nach der Finanzkrise 2008 (-54 %) dauerte die Erholung nur etwa vier Jahre.
Bei einem Anlagehorizont von 30+ Jahren sind solche Phasen zwar unangenehm, aber statistisch irrelevant. Wer in einem Crash nicht panisch verkauft, hat historisch gesehen immer gewonnen. Und mit der Garantievariante 1 oder 2 bist du sogar gegen den Worst Case abgesichert. Ausführlich: Was passiert bei einem Börsencrash?
Mythos 6: "Das lohnt sich erst ab einem hohen Einkommen"
Faktencheck: Falsch. Bei geringem Einkommen ist die Förderquote sogar am höchsten. Rechenbeispiel: Lisa verdient 25.000 EUR brutto. Ihr Mindesteigenbeitrag für die volle Zulage beträgt ca. 460 EUR/Jahr (4 % minus Zulage). Sie bekommt 540 EUR GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren →. Das ist eine Förderquote von über 50 %. Ein Gutverdiener mit 80.000 EUR brutto hat zwar einen höheren SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren →, aber eine niedrigere Förderquote.
Mythos 7: "Mit 50 lohnt sich das nicht mehr"
Faktencheck: Differenziert. Auch mit 50 hast du noch 15–17 Jahre bis zum Rentenalter. Bei 200 EUR monatlich und 7 % Rendite ergibt das rund 65.000 EUR Vermögen — plus 15 x 540 EUR = 8.100 EUR Zulagen. Das ist kein Vermögen für den Privatstrand, aber ein solides Polster. Die Förderung nimmst du in jedem Fall mit.
Ab 55 wird es zugegebenermaßen enger. Aber selbst dann bringt die Kombination aus Zulage und Steuervorteil eine Rendite, die kein Festgeldkonto bieten kann. Die Garantievariante 2 (80 % Beitragsschutz) ist für kürzere Laufzeiten eine gute Wahl.
Mehr erfahren → bietet die realistischste Chance auf echten Vermögenszuwachs.
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