Gesetzliche Rente erklärt — Umlageverfahren und Rentenformel

Das Wichtigste in Kuerze

  • System Umlageverfahren — Beitragszahler finanzieren aktuelle Rentner
  • Beitragssatz 18,6 % des Bruttogehalts (Arbeitgeber + Arbeitnehmer je 9,3 %)
  • Aktuelles Rentenniveau ca. 48 % des Durchschnittslohns
  • Regelaltersgrenze 67 Jahre (ab Jahrgang 1964)
  • Durchschnittsrente 2026 ca. 1.550 EUR brutto (West)
  • Versicherte Personen ca. 56 Millionen aktiv Versicherte

Was ist die gesetzliche Rente?

Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) ist die wichtigste Saule der Altersvorsorge in Deutschland. Sie wurde 1889 unter Reichskanzler Bismarck eingefuehrt und funktioniert nach dem sogenannten Umlageverfahren: Die heutigen Arbeitnehmer finanzieren mit ihren Beitraegen die Renten der heutigen Rentner. Im Gegenzug erwerben sie selbst Ansprueche auf eine spaetere Rente.

Wer als Arbeitnehmer PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
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ist, zahlt automatisch in die Rentenversicherung ein. Der Beitrag wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen — die Haelfte traegt der Arbeitgeber, die andere Haelfte du selbst. Dein Arbeitgeber ueberweist beides zusammen an die Deutsche Rentenversicherung.

Gut zu wissen: Das Umlageverfahren bedeutet: Dein Geld wird nicht fuer dich angespart, sondern sofort an heutige Rentner ausgezahlt. Du bekommst im Gegenzug einen Anspruch auf spaetere Zahlungen — keinen Geldtopf mit deinem Namen.

Wer zahlt in die Rentenversicherung ein?

Pflichtversichert sind alle abhaengig beschaeftigten Arbeitnehmer. Aber auch weitere Gruppen zahlen ein:

Personengruppe Pflichtversichert? Besonderheit
Angestellte Ja Automatischer Abzug vom Bruttolohn
Auszubildende Ja Ab dem 1. Tag der Ausbildung
Selbstaendige Teilweise Bestimmte Berufe pflichtversichert, Rest freiwillig
Beamte Nein Eigenes Versorgungswerk (Pension)
Minijobber Ja (mit Opt-out) 3,6 % Eigenanteil, Befreiung moeglich
Kindererziehende Ja (beitragsfrei) Staat uebernimmt Beitraege fuer Erziehungszeiten
Arbeitslose Ja Agentur fuer Arbeit zahlt Beitraege

Wie wird deine Rente berechnet?

Deine spaetere Rente ergibt sich aus der Rentenformel. Sie lautet:

Monatsrente = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert

Die Rentenpunkte (Entgeltpunkte) sind dabei der wichtigste Faktor. Du sammelst sie ueber dein gesamtes Berufsleben: Wer genau das Durchschnittsgehalt verdient, bekommt pro Jahr exakt einen Punkt. Wer mehr verdient, bekommt mehr Punkte — wer weniger verdient, entsprechend weniger.

Laut Deutscher Rentenversicherung liegt der aktuelle Rentenwert 2026 bei 39,32 EUR pro Entgeltpunkt (West). Hast du also 40 Punkte gesammelt, erhaeltst du eine Bruttorente von rund 1.573 EUR im Monat.

Warum die gesetzliche Rente allein nicht reicht

Das groesste Problem der gesetzlichen Rente ist die Demografie. In den 1960er Jahren kamen auf einen Rentner noch sechs Beitragszahler. Heute sind es weniger als zwei. Dieser Trend wird sich verschaerfen — die Babyboomer gehen in Rente, waehrend weniger junge Menschen nachkommen.

Achtung: Das aktuelle Rentenniveau von ca. 48 % bedeutet: Selbst wer 45 Jahre lang Durchschnittsgehalt verdient, bekommt weniger als die Haelfte als Rente. Nach Steuern und Krankenversicherung bleiben oft nur 1.100-1.300 EUR netto.

Die Zahlen machen es deutlich:

Kennzahl 2000 2026 Prognose 2040
Beitragszahler pro Rentner 2,8 1,8 ca. 1,5
Rentenniveau (netto vor Steuern) 52,9 % 48,0 % ca. 45-46 %
Bundeszuschuss zur Rente 56 Mrd. EUR ca. 115 Mrd. EUR ca. 150+ Mrd. EUR

Schon heute finanziert der Bundeshaushalt rund ein Drittel aller Rentenausgaben. Ohne zusaetzliche Vorsorge droht vielen Menschen im Alter eine erhebliche Rentenluecke — die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen und der tatsaechlichen Rente.

Die drei Saeulen der Altersvorsorge

Deutschland setzt auf ein Drei-Saeulen-Modell:

  1. Gesetzliche Rente — Pflichtversicherung, Basis fuer alle Arbeitnehmer. Reicht allein nicht aus.
  2. Betriebliche Altersvorsorge — Zusaetzliche Absicherung ueber den Arbeitgeber (Betriebsrente, Direktversicherung).
  3. Private Altersvorsorge — Eigeninitiative: Das neue Altersvorsorgedepot, ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Sparplaene, Immobilien, Lebensversicherungen.

Die gesetzliche Rente bildet das Fundament. Aber wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, braucht mindestens eine weitere Saule. Die alte Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
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hat das nicht geschafft — zu teuer, zu kompliziert, zu wenig Rendite.

Was bedeutet das fuer dein Altersvorsorgedepot?

Das neue Altersvorsorgedepot ist die Antwort auf die Schwaechen der gesetzlichen Rente. Statt auf das Umlageverfahren zu vertrauen, baust du dir ein eigenes Vermoegen auf — investiert am Kapitalmarkt, gefoerdert vom Staat.

Die Vorteile gegenueber der reinen gesetzlichen Rente sind klar:

Vorteile Altersvorsorgedepot

  • Eigenes Vermoegen — gehoert dir, nicht dem System
  • Kapitalmarktrendite von durchschnittlich 6-7 % p.a. (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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    )
  • Staatliche Foerderung: GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    , KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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    , SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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  • Keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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    in der Ansparphase
  • Flexible Auszahlung ab Rentenalter

Risiken beachten

  • Kursschwankungen — kein garantierter Betrag
  • Geld ist bis zur Rente gebunden (FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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    bei fruehzeitiger Entnahme)
  • Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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    bei Auszahlung

Die Kombination macht es: Die gesetzliche Rente als Basis-Absicherung plus ein Altersvorsorgedepot als Rendite-Baustein. Mit dem Depot-Rechner kannst du berechnen, wie viel zusaetzliche Rente du damit aufbauen kannst.

Tipp: Pruefe mit deiner Renteninformation (kommt jaehrlich per Post), wie hoch deine gesetzliche Rente voraussichtlich ausfaellt. Die Differenz zu deinem Wunsch-Einkommen im Alter ist deine Rentenluecke — genau diese solltest du mit dem Altersvorsorgedepot schliessen.

Wie gross ist deine Rentenluecke?

Berechne jetzt, wie viel zusaetzliche Rente du mit dem Altersvorsorgedepot aufbauen kannst — und wie der Staat dich dabei foerdert.

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