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Altersvorsorgedepot vs. Immobilie als Altersvorsorge

Depot vs. Immobilie — Key-Facts

  • Immobilien-Rendite (Deutschland) 2-4% p.a. netto (nach Nebenkosten, Instandhaltung)
  • Depot-Rendite (ETF) 6-8% p.a. (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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    , historisch)
  • Nebenkosten Immobilienkauf 10-15% des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler)
  • Depot-Einstieg Ab 25 EUR/Monat möglich

Der Mythos der sicheren Immobilie

In keinem anderen Land ist der Glaube an die Immobilie als Altersvorsorge so tief verwurzelt wie in Deutschland. Doch die nüchternen Zahlen erzählen eine andere Geschichte: Nach Abzug von Kaufnebenkosten, Instandhaltung, Grundsteuer und Versicherungen liegt die Nettorendite einer selbstgenutzten Immobilie bei 2-4% pro Jahr — deutlich unter der historischen Aktienmarktrendite.

Altersvorsorgedepot als Alternative zur Immobilie

Das Altersvorsorgedepot mit ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Sparplänen bietet historisch 6-8% Rendite, staatliche Zulagen (GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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und KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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) und maximale Diversifikation. Statt dein gesamtes Vermögen in eine einzige Wohnung zu stecken, investierst du in über 1.500 Unternehmen weltweit.

Der große Vergleich

KriteriumAltersvorsorgedepotImmobilie (selbstgenutzt)
Rendite (netto)6-8% p.a.2-4% p.a. (nach allen Kosten)
Einstiegskosten0 EUR (kein Ausgabeaufschlag)10-15% des Kaufpreises
MindestbetragAb 25 EUR/MonatAb 30.000-80.000 EUR Eigenkapital
Diversifikation1.500+ Unternehmen weltweit1 Objekt, 1 Standort
LiquiditätAnbieterwechsel jederzeitVerkauf dauert 3-12 Monate
Laufende Kosten0,1-0,5% TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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2-4 EUR/m2/Monat (Instandhaltung)
Staatliche FörderungGrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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+ KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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+ Steuer
Baukindergeld (ausgelaufen)
KlumpenrisikoNein (global diversifiziert)Ja — 100% in einem Objekt
InflationsschutzJa (Sachwerte/Aktien)Ja (Immobilienwerte steigen tendenziell)
MietersparnisNeinJa — keine Miete im Alter
Flexibilität (Umzug)Vollständig flexibelStark eingeschränkt
AltersgerechtKeine Umbauten nötigBarrierefreiheit = teure Umbauten
VererbbarJaJa (aber Erbschaftsteuer + Teilung)

Kostenvergleich: Was frisst die Rendite?

Die wahren Kosten einer Immobilie werden regelmäßig unterschätzt. Hier ein realistisches Beispiel für eine Eigentumswohnung in einer deutschen Großstadt:

KostenpositionImmobilie (300.000 EUR)Altersvorsorgedepot
Kaufnebenkosten (einmalig)~36.000 EUR (12%)0 EUR
Zinsen Kredit (30 Jahre, 3,5%)~135.000 EUR
Instandhaltung (30 Jahre)~54.000 EUR
Grundsteuer (30 Jahre)~12.000 EUR
Versicherung (30 Jahre)~9.000 EUR
Verwaltung/Hausgeld (30 Jahre)~36.000 EUR
ETF-Kosten (0,2% TER, 30 Jahre)~4.000 EUR
Gesamtkosten~282.000 EUR~4.000 EUR
282.000 EUR Kosten für eine 300.000-EUR-Immobilie über 30 Jahre — fast so viel wie der Kaufpreis selbst. Beim Altersvorsorgedepot fallen lediglich die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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an, die bei einem MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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-ETF bei 0,1-0,2% liegt.

Vorteile und Nachteile

Altersvorsorgedepot

Vorteile

  • Höhere Nettorendite (6-8% vs. 2-4%)
  • Globale Diversifikation statt Klumpenrisiko
  • Einstieg ab 25 EUR/Monat
  • Staatliche Zulagen und SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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  • Kein Instandhaltungsaufwand
  • Volle Flexibilität bei Umzug oder Jobwechsel

Nachteile

  • Keine Mietersparnis
  • Kein "Dach über dem Kopf"
  • Kursschwankungen (kurzfristig)
  • Geld nicht als Wohnraum nutzbar

Immobilie (selbstgenutzt)

Vorteile

  • Mietersparnis im Alter
  • Psychologischer Wert ("eigenes Heim")
  • Inflationsschutz (Sachwert)
  • Gestaltungsfreiheit
  • Disziplinierte Sparrate durch Kreditrate

Nachteile

  • Klumpenrisiko — gesamtes Vermögen in einem Objekt
  • Hohe Kaufnebenkosten (10-15%)
  • Laufende Kosten (Instandhaltung, Grundsteuer, Versicherung)
  • Illiquidität — Verkauf dauert Monate
  • Standortrisiko (Strukturwandel, Demografie)
  • Keine staatliche Förderung (Baukindergeld ausgelaufen)
  • Barrierefreier Umbau im Alter teuer

Mieten und investieren — die unterschätzte Strategie

Die Differenz zwischen Kreditrate und Miete kann in ein Altersvorsorgedepot fließen. Bei einer Kaltmiete von 900 EUR und einer hypothetischen Kreditrate von 1.400 EUR sparst du als Mieter 500 EUR monatlich. Diese 500 EUR im Depot bei 7% Rendite ergeben nach 30 Jahren rund 566.000 EUR — oft mehr als die abbezahlte Immobilie wert ist.

Dazu kommen die Zulagen: GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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, KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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und der steuerliche SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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über die Anlage AVWas ist Anlage AV?Das Formular in der Steuererklärung für die Altersvorsorge. Hier trägst du deine Beiträge zum Altersvorsorgedepot ein. Wird größtenteils vom Anbieter vorausgefüllt.
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. Rechne nach, ob sich Mieten plus Depot-Sparen für deine Situation lohnt. Die GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
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im Rahmen der Steuererklärung stellt sicher, dass du automatisch die bessere Förderung bekommst.

Altersvorsorgedepot Rendite vs. Immobilie über 30 Jahre
Wichtig: Es geht nicht um "Depot ODER Immobilie" als Lebensentscheidung. Wenn du eine Immobilie willst — aus persönlichen Gründen — ist das völlig in Ordnung. Aber trenne die emotionale von der finanziellen Entscheidung. Die Immobilie ist ein Konsumgut, das du bewohnst. Das ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Depot ist das bessere Vorsorge-Instrument.

Immobilie als Kapitalanlage: Mieteinnahmen vs. Depot

Bei vermieteten Immobilien sieht die Rechnung anders aus: Mieteinnahmen generieren laufende Erträge. Doch auch hier liegen die Nettomietrenditen in deutschen Großstädten nur bei 2-4% nach Steuern, Instandhaltung und Leerstandsrisiko. Ein breit gestreuter ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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liefert historisch 6-8% — ohne Mieterärger, Renovierungen und Verwaltungsaufwand.

Die Vermietung hat allerdings einen steuerlichen Vorteil: Abschreibung (AfA) und Zinsabzug reduzieren die Steuerlast. Für Gutverdiener mit hohem GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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kann das attraktiv sein — einen umfassenden Überblick zu Steuern bei Immobilien findest du bei Lukinski. Für die meisten Anleger ist das Altersvorsorgedepot aber die einfachere und renditestärkere Lösung — ohne Klumpenrisiko und mit staatlicher Förderung.

Wer trotzdem über eine erste Immobilie als Kapitalanlage nachdenkt, sollte beide Optionen durchrechnen. Die Immobilien-Rendite lässt sich mit einem Mietrendite-Rechner kalkulieren — und dann direkt mit dem ETF-Depot vergleichen.

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