Das Wichtigste in Kuerze
- AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren →: bis zu 1.800 EUR foerderfaehig pro Jahr - betriebliche Altersvorsorge (bAV): bis zu 3.624 EUR steuerfrei (2026)
- Beide Foerderungen sind unabhaengig voneinander nutzbar
- Arbeitgeberzuschuss zur bAV: mindestens 15 % seit 2022
- Kombination kann ueber 200.000 EUR zusaetzliches Rentenkapital bringen
Zwei Saeulen, doppelter Effekt
Das Altersvorsorgedepot und die betriebliche Altersvorsorge (bAV) sind zwei separate Foerderwege — und du kannst beide gleichzeitig nutzen. Die Foerderung des Depots (Zulagen + Steuerabzug) und die Foerderung der bAV (Entgeltumwandlung + Arbeitgeberzuschuss) laufen unabhaengig voneinander. Das bedeutet: Wer beides nutzt, holt die maximale staatliche Unterstuetzung heraus.
Die Foerderung im Vergleich
| Merkmal | Altersvorsorgedepot | bAV (Entgeltumwandlung) |
|---|---|---|
| Foerderbetrag max. | 1.800 EUR/Jahr | 3.624 EUR/Jahr (2026) |
| Foerderungsart | Zulagen + Steuerabzug | Steuer- und SV-frei |
| Arbeitgeberzuschuss | Nein | Mind. 15 % |
| Anlageform | ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau. Mehr erfahren →-Sparplan | Versicherung/Fonds (je nach Arbeitgeber) |
| Kosten | 0,2-0,5 % p.a. | 0,5-2,5 % p.a. (oft hoeher) |
| Flexibilitaet | Hoch (Sparrate anpassbar) | Mittel (an Arbeitgeber gebunden) |
| Besteuerung bei Auszahlung | Nachgelagert | Nachgelagert + SV-Beitraege |
Strategie: bAV fuer den Arbeitgeberzuschuss, Depot fuer die Rendite
Die optimale Kombination nutzt die Staerken beider Systeme. Die bAV lohnt sich vor allem dann, wenn dein Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt — seit 2022 muss er mindestens 15 % des umgewandelten Betrags dazulegen. Bei manchen Arbeitgebern sind es sogar 50 % oder mehr. Dieses "geschenkte Geld" solltest du auf jeden Fall mitnehmen.
Das Altersvorsorgedepot ist die bessere Wahl fuer den Teil deines Sparvolumens, den du selbst steuern willst. Die Kosten sind deutlich niedriger als bei den meisten bAV-Produkten, die ETF-Auswahl ist groesser und du bist nicht an deinen Arbeitgeber gebunden. Wenn du den Job wechselst, bleibt dein Depot einfach bestehen.
Rechenbeispiel: Kombination in der Praxis
Nehmen wir an, du verdienst 45.000 EUR brutto. Du zahlst den vollen Foerderbeitrag ins Depot (1.800 EUR/Jahr) und zusaetzlich 200 EUR/Monat in die bAV (2.400 EUR/Jahr). Dein Arbeitgeber legt 15 % dazu (360 EUR/Jahr).
Ergebnis nach 30 Jahren (bei 7 % Rendite im Depot und 4 % in der bAV): Das Depot bringt rund 170.000 EUR, die bAV rund 75.000 EUR. In Summe: ueber 245.000 EUR Zusatzkapital fuer die Rente. Ohne Foerderung und Arbeitgeberzuschuss waeren es deutlich weniger.
Wann die bAV weniger sinnvoll ist
Die bAV hat einen oft uebersehenen Nachteil: Bei der Auszahlung im Alter fallen nicht nur Steuern an, sondern auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeitraege — insgesamt rund 20 %. Das reduziert die Netto-Auszahlung erheblich. Ausserdem sind die Kosten vieler bAV-Vertraege hoch, weil die Arbeitgeber oft bei bestimmten Versicherern gebunden sind.
Wenn dein Arbeitgeber keinen oder nur den Mindestzuschuss von 15 % zahlt und die bAV-Kosten ueber 1,5 % liegen, kann es sinnvoller sein, den gesamten Sparbetrag ins guenstigere Altersvorsorgedepot zu stecken. Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → und der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → sind dann oft lukrativer als die Entgeltumwandlung.
Jetzt die Weichen stellen
Der Herbst 2026 ist der ideale Zeitpunkt, um deine Strategie festzulegen. Pruefe, was dein Arbeitgeber zur bAV zuschiesst. Berechne deine Foerderung fuer das Depot. Und entscheide dann, wie du dein monatliches Sparbudget aufteilst. Ein Gespraech mit dem Personalabteilung oder der Verbraucherzentrale kann hier helfen.
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