Key Facts — Altersvorsorgedepot und gesetzliche Rente
- Gesetzliche Rente (1. Säule) Umlagefinanziert, Pflichtbeiträge
- Altersvorsorgedepot (3. Säule) Kapitalgedeckt, freiwillig, gefördert
- Rentenniveau (aktuell) ca. 48 % des Durchschnittseinkommens
- Versorgungslücke Oft 500–1.500 € monatlich
- Förderberechtigung Depot An PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
Mehr erfahren →-Status geknüpft
Die drei Säulen der Altersvorsorge in Deutschland
Die Altersvorsorge in Deutschland basiert auf drei Säulen. Das Altersvorsorgedepot gehört zur dritten Säule — der privaten, staatlich geförderten Vorsorge. Es ersetzt nicht die gesetzliche Rente, sondern ergänzt sie. Die Deutsche Rentenversicherung informiert ausführlich über die gesetzlichen Leistungen und dein persönliches Rentenkonto.
| Säule | System | Finanzierung | Beispiele |
|---|---|---|---|
| 1. Säule | Gesetzliche Rentenversicherung | Umlageverfahren (Pflichtbeiträge) | Deutsche Rentenversicherung |
| 2. Säule | Betriebliche Altersvorsorge | Arbeitgeber + Arbeitnehmer | Direktversicherung, Pensionskasse |
| 3. Säule | Private Vorsorge (gefördert) | Eigenbeiträge + staatliche Förderung | Altersvorsorgedepot, Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt. Mehr erfahren → |
| Ergänzend | Rürup-Rente (Basisrente) | Eigenbeiträge, steuerlich absetzbar | Vor allem für Selbständige |
| Ergänzend | Private Vorsorge (ungefördert) | Eigenes Vermögen, Eigenregie | Eigenes ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau. Mehr erfahren →-Depot, Immobilien, Sparpläne |
Warum reicht die gesetzliche Rente allein nicht fuer den Lebensstandard?
Die gesetzliche Rente ist für die meisten Menschen die wichtigste Einnahmequelle im Alter — aber sie reicht in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das sogenannte Rentenniveau liegt aktuell bei etwa 48 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens. Das bedeutet: Ein Durchschnittsverdiener erhält nach 45 Beitragsjahren eine Rente von knapp der Hälfte seines letzten Nettogehalts.
Die daraus resultierende Versorgungslücke — also die Differenz zwischen gewünschtem Einkommen im Alter und tatsächlicher Rente — beträgt für viele Menschen mehrere hundert Euro pro Monat. Genau diese Lücke soll das Altersvorsorgedepot schließen helfen.
Rechenbeispiel: So groß ist die typische Versorgungslücke
| Kennzahl | Beispiel Angestellte/r |
|---|---|
| Bruttogehalt | 3.500 € monatlich |
| Nettoeinkommen (ca.) | 2.350 € |
| Gewünschtes Einkommen im Alter (80 %) | 1.880 € |
| Gesetzliche Rente (ca. 48 %) | 1.130 € |
| Versorgungslücke | 750 € monatlich |
Wie ergänzt das Altersvorsorgedepot die gesetzliche Rente konkret?
Das Altersvorsorgedepot funktioniert nach einem grundlegend anderen Prinzip als die gesetzliche Rente:
- Gesetzliche Rente = Umlageverfahren: Heutige Beitragszahler finanzieren die Renten der heutigen Rentner. Es wird kein individuelles Kapital angespart.
- Altersvorsorgedepot = Kapitaldeckung: Du sparst dein eigenes Geld an und investierst es in ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s oder andere Anlageformen. Das Geld wächst durch Zinsen und Kursgewinne.
Diese Kombination aus umlagefinanzierter Rente und kapitalgedeckter Vorsorge verteilt das Risiko auf zwei verschiedene Systeme. Die gesetzliche Rente ist stabil und planbar, aber renditearm. Das Altersvorsorgedepot bietet höhere Renditechancen, unterliegt aber Marktschwankungen.
Förderberechtigung: Die direkte Verbindung zwischen beiden Systemen
Die Verbindung zwischen gesetzlicher Rente und Altersvorsorgedepot zeigt sich bei der Förderberechtigung: Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
Mehr erfahren → ist, hat in der Regel Anspruch auf die staatliche Förderung des Altersvorsorgedepots (GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren →, KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren →, SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren →).
Das betrifft:
- Angestellte mit Pflichtbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung
- Beamte (über eigene Regelung förderberechtigt)
- Kindererziehende in der Kindererziehungszeit
- Pflegepersonen (nicht erwerbsmäßig)
- Arbeitslosengeld-Empfänger
Nicht direkt förderberechtigt sind dagegen in der Regel Selbständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Sie können jedoch über die mittelbare Förderberechtigung (z. B. als Ehepartner eines Förderberechtigten) profitieren.
Rechenbeispiel: So schließt das Altersvorsorgedepot die Versorgungslücke
Maria, 32, verdient 3.800 EUR brutto (ca. 2.500 EUR netto). Ihre gesetzliche Rente wird bei ca. 48 % Rentenniveau rund 1.200 EUR betragen. Ihr Wunscheinkommen im Alter: 2.000 EUR — es bleibt eine Lücke von 800 EUR monatlich. Zahlt Maria 150 EUR/Monat in das Altersvorsorgedepot mit ETF-Variante Pur ein, erhält sie 540 EUR Grundzulage pro Jahr. Bei 6 % Rendite über 35 Jahre wächst das Depot auf rund 280.000 EUR. Daraus lässt sich über 20 Jahre eine monatliche Zusatzrente von rund 1.200 EUR (vor Steuern) entnehmen — mehr als genug, um die Versorgungslücke zu schließen.
Wie viel private Vorsorge brauchst du wirklich?
Die Faustregel lautet: Je niedriger dein Einkommen und je kürzer deine Beitragszeit in der gesetzlichen Rente, desto wichtiger ist die private Ergänzung. Das Altersvorsorgereformgesetz sieht einen Mindestbeitrag von 10 € pro Monat vor — doch für die volle Förderung und eine spürbare Ergänzung der gesetzlichen Rente sind höhere Beiträge sinnvoll.
Vorteile der Kombination
- Risikostreuung auf zwei Systeme (Umlage + Kapitalmarkt)
- Staatliche Förderung (Zulagen + Steuervorteile) obendrauf
- Höhere Gesamtrente als nur gesetzliche Rente allein
- Flexibilität bei der Auszahlung im Alter
- ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Rendite kann Inflationsverluste der gesetzlichen Rente ausgleichen
Doppelbelastung beachten
- Pflichtbeiträge zur GRV + freiwillige Beiträge zum Depot
- Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
Mehr erfahren → bei beiden Systemen - Beide Auszahlungen werden im Alter versteuert
- Kapitalmarktrisiko beim Depot (keine Garantie bei 0 %-Variante)
Wird die gesetzliche Rente irgendwann durch die Aktienrente ersetzt?
Nein. Das Altersvorsorgedepot ist ausdrücklich als Ergänzung konzipiert, nicht als Ersatz. Auch das Bundesarbeitsministerium betont, dass die gesetzliche Rente die erste Säule der Altersvorsorge bleibt und durch den Bundeshaushalt stabilisiert wird. Die politische Debatte dreht sich nicht um die Abschaffung der gesetzlichen Rente, sondern um die Frage, wie die private Ergänzung besser funktionieren kann. Das Generationenkapital ist ein separates Instrument, mit dem der Staat die gesetzliche Rente langfristig kapitalgedeckt stützen möchte — das ist etwas anderes als das Altersvorsorgedepot.
Häufige Fragen zur Aktienrente und gesetzlichen Rente
Ersetzt das Altersvorsorgedepot die gesetzliche Rente?
Nein. Das Altersvorsorgedepot ist als Ergänzung zur gesetzlichen Rente konzipiert, nicht als Ersatz. Die gesetzliche Rente bleibt die erste Säule der Altersvorsorge und wird durch den Bundeshaushalt stabilisiert.
Wie groß ist die typische Versorgungslücke bei der gesetzlichen Rente?
Bei einem Durchschnittseinkommen von 3.500 € brutto beträgt die Versorgungslücke oft 500 bis 1.500 € monatlich. Das Rentenniveau liegt aktuell bei etwa 48 % des Durchschnittseinkommens.
Wer ist beim Altersvorsorgedepot förderberechtigt?
Grundsätzlich alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind: Angestellte, Beamte (über eigene Regelung), Kindererziehende, Pflegepersonen und Arbeitslosengeld-Empfänger.
Was ist der Unterschied zwischen Altersvorsorgedepot und Generationenkapital?
Das Altersvorsorgedepot ist deine private, staatlich geförderte Vorsorge. Das Generationenkapital ist ein separater staatlicher Kapitalstock zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung — zwei verschiedene Instrumente.
Können Selbständige das Altersvorsorgedepot nutzen?
Selbständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, sind nicht direkt förderberechtigt. Sie können jedoch über die mittelbare Förderberechtigung als Ehepartner eines Förderberechtigten profitieren.
Wie hoch ist die Grundzulage beim neuen Altersvorsorgedepot?
Die Grundzulage folgt einem Matching-Modell: 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag und 25 % auf Beiträge von 361 bis 1.800 €. Maximal sind bis zu 540 € pro Jahr möglich — deutlich mehr als die bisherigen 175 € bei Riester.
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