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Chronik der Rentenreform — Vom Riester-Scheitern zum Altersvorsorgedepot

Key Facts — Reformchronik

  • Start Riester-Rente 2002
  • Höchststand Riester-Verträge ~16,5 Mio. (2018)
  • Ruhende/gekündigte Verträge Über 6 Mio.
  • Fokusgruppe Private Altersvorsorge 2022–2023
  • Bundestagsbeschluss pAV-Reform 27. März 2026
  • Start Altersvorsorgedepot 1. Januar 2027

2001 bis 2002: Die Geburt der Riester-Rente

Chronik der Rentenreform — Von der Riester-Rente zum Altersvorsorgedepot

Die Geschichte der aktuellen Reform beginnt mit der Einführung der Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
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unter Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD). Als Reaktion auf die Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus sollte die staatlich geförderte private Altersvorsorge die entstehende Lücke schließen. Das Bundesarbeitsministerium trieb das Altersvermögensgesetz (AVmG) voran, das am 1. Januar 2002 in Kraft trat.

Die Grundidee: Der Staat fördert die private Vorsorge durch Zulagen und Steuervorteile. Im Gegenzug garantieren die Anbieter, dass mindestens die eingezahlten Beiträge plus Zulagen zum Rentenbeginn zur Verfügung stehen — die sogenannte 100-Prozent-Beitragsgarantie.

2002 bis 2010: Langsamer Start und wachsende Verbreitung

Die ersten Jahre der Riester-Rente waren von einem schleppenden Start geprägt. Die Produkte galten als kompliziert, die Zulagen als zu niedrig. Erst mit der Erhöhung der GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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auf 154 € (2008: 175 €) und der KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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auf 300 € für ab 2008 geborene Kinder nahm die Verbreitung deutlich zu.

Jahr Ereignis Riester-Verträge (ca.)
2002 Start der Riester-Rente 3,4 Mio.
2005 Wohn-Riester eingeführt 5,6 Mio.
2008 GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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auf 175 € erhöht
11,9 Mio.
2010 Höhepunkt der Neuabschlüsse 14,4 Mio.
2018 Historischer Höchststand 16,5 Mio.
2024 Rückgang und Stagnation 15,8 Mio. (davon ~6 Mio. ruhend)

2010 bis 2020: Wachsende Kritik am Riester-System

Ab etwa 2010 mehrte sich die Kritik an der Riester-Rente aus verschiedenen Richtungen:

  • Hohe Kosten: Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren und Vertriebsprovisionen fraßen einen erheblichen Teil der Rendite auf. Verbraucherschützer bemängelten TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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    -Quoten von teilweise über 2 % pro Jahr.
  • Niedrige Renditen: Die verpflichtende Beitragsgarantie zwang Anbieter, vorwiegend in sichere, aber renditeschwache Anleihen zu investieren. In der Niedrigzinsphase ab 2015 verschärfte sich dieses Problem massiv.
  • Komplexität: Das Zulagensystem galt als zu bürokratisch. Viele Förderberechtigte stellten keinen DauerzulagenantragWas ist Dauerzulagenantrag?Einmalige Vollmacht an den Depotanbieter, jedes Jahr automatisch die staatlichen Zulagen beim Bundeszentralamt für Steuern zu beantragen. Einmal Häkchen setzen — fertig.
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    und verschenkten ihre Zulagen.
  • Geringe Verbreitung bei Geringverdienern: Gerade die Zielgruppe, die die Förderung am meisten gebraucht hätte, schloss selten Verträge ab.
Tipp: Wenn du einen alten Riester-Vertrag hast, prüfe genau die tatsächliche Rendite nach Kosten. Oft ist sie deutlich niedriger als erwartet. Unser Rechner hilft dir, die Alternativen zu vergleichen.

2020 bis 2023: Die Fokusgruppe und erste konkrete Reformideen

Die Bundesregierung unter der Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) setzte 2022 die "Fokusgruppe private Altersvorsorge" ein. Das Bundesfinanzministerium koordinierte die Arbeit des Expertengremiums. Dieses Expertengremium aus Wissenschaft, Verbraucherschutz, Finanzwirtschaft und Gewerkschaften sollte konkrete Reformvorschläge erarbeiten.

Die Fokusgruppe legte 2023 ihren Abschlussbericht vor mit den zentralen Empfehlungen:

  1. Altersvorsorgedepot einführen Ein neues, einfaches und kostengünstiges Produkt als Alternative zur klassischen Riester-Rente.
  2. Garantie flexibilisieren Statt der starren 100-Prozent-Garantie sollen verschiedene Garantiestufen möglich sein.
  3. ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Anlage ermöglichen
    Sparer sollen direkt in breit gestreute Indexfonds investieren können.
  4. Kosten deckeln Maximale Gesamtkosten gesetzlich begrenzen.
  5. Förderung vereinfachen Das Zulagensystem entbürokratisieren und den SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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    erhöhen.

2024: Scheitern der Ampel-Koalition und politischer Neustart

Die Ampel-Koalition konnte die Reform nicht mehr umsetzen. Nach dem Ende der Ampel-Regierung übernahm die neue Koalition aus CDU/CSU und SPD das Reformprojekt. Beide Parteien verankerten die Altersvorsorge-Reform im Koalitionsvertrag als prioritäres Vorhaben. Die Positionen der Parteien gingen dabei teilweise weit auseinander — der Kompromiss fand sich im Konzept der freiwilligen Garantie.

2025 bis 2026: Der Weg vom Entwurf zum fertigen Gesetz

Auf Basis der Fokusgruppen-Empfehlungen und der Koalitionsvereinbarung erarbeitete das Bundesfinanzministerium den Referentenentwurf für das pAV-Reformgesetz. Nach der Ressortabstimmung, Verbändeanhörung und parlamentarischen Beratung im Finanzausschuss wurde das Gesetz am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen.

2026 bis 2027: Bundesrat-Zustimmung und Produktstart

Nach dem Bundestagsbeschluss steht die Zustimmung des Bundesrats aus, die für April oder Mai 2026 erwartet wird. Nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt haben Anbieter bis zum 1. Januar 2027 Zeit, zertifizierte Produkte auf den Markt zu bringen. Alle Termine findest du in unserer Timeline.

Rechenbeispiel: Riester 2005 vs. Altersvorsorgedepot 2027

Claudia hat 2005 einen Riester-Vertrag abgeschlossen und 20 Jahre lang 100 EUR/Monat eingezahlt. Durch hohe Kosten (TER 1,8 %) und die Garantiepflicht lag ihre reale Rendite bei nur 1,5 % pro Jahr. Ergebnis nach 20 Jahren: rund 28.000 EUR bei 24.000 EUR Eigenbeiträgen. Hätte Claudia ab 2027 stattdessen 100 EUR/Monat in ein ETF-basiertes Altersvorsorgedepot (TER 0,2 %, Variante Pur) einzahlen können und 6 % Rendite erzielt, wäre nach 20 Jahren ein Depotwert von rund 49.000 EUR möglich — fast das Doppelte bei gleichen Eigenbeiträgen.

Was hat sich verändert: Riester-Rente vs. neues Altersvorsorgedepot

Verbesserungen durch die Reform

  • Direkte ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
    Mehr erfahren →
    -Anlage statt teurer Versicherungsprodukte
  • Flexible Garantiewahl statt starrem Garantiezwang
  • Förderhöchstbetrag 1.800 €
  • Grundzulage bis zu 540 €/Jahr (Matching-Modell)
  • Niedrigere Kosten durch gesetzlichen Deckel
  • KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
    Mehr erfahren →
    bis zu 300 € pro Kind (1:1-Matching)
  • Berufseinsteigerbonus von 200 € für unter 25-Jährige
  • Einfacherer Antragsprozess

Was gleich geblieben ist

  • Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
    Mehr erfahren →
    bleibt Prinzip
  • Zulagensystem (Grund- und Kinderzulage) bleibt
  • Freiwilligkeit der Vorsorge bleibt (kein Opt-out)
  • Förderung an PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
    Mehr erfahren →
    -Status geknüpft
Achtung: Das Gesetz wurde am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Einzelne Regelungen können sich im weiteren Verfahren noch ändern.

Häufige Fragen zur Chronik der Rentenreform

Wann wurde die Riester-Rente eingeführt?

Die Riester-Rente wurde mit dem Altersvermögensgesetz am 1. Januar 2002 eingeführt. Sie war die Antwort auf die Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus und sollte die entstehende Versorgungslücke schließen.

Warum ist die Riester-Rente gescheitert?

Hohe Kosten, niedrige Renditen durch die verpflichtende 100-%-Beitragsgarantie, ein bürokratisches Zulagensystem und geringe Verbreitung bei Geringverdienern führten zum weitgehenden Scheitern des Riester-Modells.

Was war die Fokusgruppe Private Altersvorsorge?

Ein 2022 eingesetztes Expertengremium aus Wissenschaft, Verbraucherschutz, Finanzwirtschaft und Gewerkschaften. Die Fokusgruppe erarbeitete bis 2023 die zentralen Empfehlungen für die Reform, die ins Altersvorsorgedepot mündeten.

Wie viele Riester-Verträge gibt es noch?

Stand 2024 existieren noch rund 15,8 Millionen Riester-Verträge, davon sind allerdings über 6 Millionen ruhend oder stillgelegt. Der historische Höchststand lag 2018 bei etwa 16,5 Millionen.

Warum hat die Ampel-Koalition die Reform nicht umgesetzt?

Die Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) hat die Fokusgruppe eingesetzt und Empfehlungen erarbeitet, konnte die Reform aber vor dem Ende der Regierung nicht mehr als Gesetz verabschieden. Die neue Koalition aus CDU/CSU und SPD übernahm das Projekt.

Was unterscheidet das neue Altersvorsorgedepot grundlegend von Riester?

Das Altersvorsorgedepot erlaubt direkte ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →
-Anlage, bietet drei Garantievarianten (Pur, 80 %, 100 %) statt Garantiepflicht, hat eine Grundzulage nach Matching-Modell (bis 540 €/Jahr) und einen Berufseinsteigerbonus von 200 €.

Was bringt dir die neue Altersvorsorge?

Berechne jetzt, wie viel du mit dem Altersvorsorgedepot und ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →
s für deine Rente aufbauen kannst.

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