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Aktienrente — Positionen der Parteien zur Reform der Altersvorsorge

Key Facts — Parteipositionen

  • Regierungskoalition CDU/CSU + SPD (Zustimmung)
  • Bundestag-Beschluss 27. März 2026
  • Opposition Grüne, FDP, Linke, BSW, AfD
  • Konsens Riester-Reform nötig (alle Parteien)
  • Streitpunkt Garantiefrage, Kapitalmarktrolle, Pflicht vs. Freiwilligkeit

Die Positionen der Parteien im Überblick

Parteien und ihre Positionen zur Aktienrente und Altersvorsorgedepot

Dass die Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
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reformbedürftig ist, darüber herrscht im Bundestag weitgehend Einigkeit. Über den richtigen Weg streiten die Parteien allerdings erheblich. Die Debatte dreht sich um zentrale Fragen: Wie viel Kapitalmarkt ist vertretbar? Braucht es eine Beitragsgarantie? Soll die Vorsorge freiwillig oder verpflichtend sein? Und wie schützt man Geringverdiener?

Am 27. März 2026 hat der Bundestag das Altersvorsorgereformgesetz mit den Stimmen der Regierungskoalition beschlossen. Die Oppositionsparteien stimmten aus unterschiedlichen Gründen dagegen oder enthielten sich.

Position der CDU/CSU zur Aktienrente

Die Union betrachtet die Öffnung der Altersvorsorge für den Kapitalmarkt als überfälligen Schritt. CDU und CSU argumentieren, dass die 100-Prozent-Beitragsgarantie der alten Riester-Rente der Hauptgrund für niedrige Renditen und hohe Kosten war. Mit dem Altersvorsorgedepot sollen Sparer eigenverantwortlich in ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s investieren können.

Zentrale CDU/CSU-Positionen:

  • Beitragsgarantie soll optional sein, nicht verpflichtend
  • Direktanlage in ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
    Mehr erfahren →
    s und Indexfonds ermöglichen
  • Höherer SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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    für mehr steuerliche Anreize
  • Wettbewerb unter Anbietern stärken

Position der SPD zur Altersvorsorge-Reform

Die SPD trägt die Reform als Koalitionspartner mit, betont aber die sozialpolitische Dimension. Für die Sozialdemokraten ist es entscheidend, dass die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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und KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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erhalten bleiben und Geringverdiener nicht durch den Wegfall der Garantie benachteiligt werden. Die SPD hat im Koalitionsvertrag durchgesetzt, dass die Beitragsgarantie zwar nicht mehr verpflichtend, aber weiterhin als Option verfügbar ist.

Zentrale SPD-Positionen:

  • Garantieoption beibehalten (freiwillig, aber verfügbar)
  • Starke Zulagen für Familien mit Kindern
  • Niedrigschwelliger Einstieg mit 10 € Mindestbeitrag
  • Kostendeckel zum Schutz der Verbraucher

Bündnis 90/Die Grünen: Bürgerfonds statt reiner Marktlösung

Die Grünen unterstützen grundsätzlich die Abkehr von der Riester-Rente, favorisieren aber ein anderes Modell. Auch die OECD hat in ihren Studien auf verschiedene Modelle der kapitalgedeckten Altersvorsorge hingewiesen. Die Grünen plädieren für einen öffentlich verwalteten Bürgerfonds nach schwedischem Vorbild (AP7), der allen Bürgern automatisch zur Verfügung steht. Aus Sicht der Grünen birgt das rein privatwirtschaftlich organisierte Altersvorsorgedepot die Gefahr, dass Anbieter zu hohe Kosten verlangen und weniger informierte Sparer schlechte Produkte wählen.

Position der FDP: Mehr Freiheit und weniger Staat

Die FDP geht in ihren Forderungen weiter als die Regierungskoalition. Die Liberalen befürworten eine vollständige Abschaffung der Beitragsgarantie ohne Wahlmöglichkeit und wünschen sich eine noch stärkere Kapitalmarktorientierung. Die FDP kritisiert den Kompromiss der Koalition als nicht konsequent genug und hätte auch höhere Freibeträge beim SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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bevorzugt.

Die Linke: Gesetzliche Rente stärken statt Kapitalmarkt

Die Linke lehnt die kapitalmarktbasierte Altersvorsorge grundsätzlich ab. Aus ihrer Sicht sollte die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt werden, statt private Vorsorge am Kapitalmarkt zu fördern. Die Deutsche Rentenversicherung informiert über das aktuelle Rentenniveau und die gesetzliche Absicherung. Die Linke warnt vor Kursrisiken und argumentiert, dass die staatliche Förderung vor allem Besserverdienenden zugutekommt, die ohnehin genug für die Altersvorsorge aufbringen können.

BSW: Kritik an der Abhängigkeit vom Kapitalmarkt

Das Bündnis Sahra Wagenknecht positioniert sich ähnlich wie Die Linke kritisch gegenüber einer stärkeren Kapitalmarktbindung der Altersvorsorge. Das BSW betont die Risiken von Börsenturbulenzen für die Altersvorsorge und fordert ebenfalls eine Stärkung der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente.

AfD: Eigene Vorstellungen zur Rentenreform

Die AfD hat eigene Vorstellungen zur Rentenreform, die sich teilweise von allen anderen Fraktionen unterscheiden. Sie befürwortet zwar grundsätzlich mehr Eigenverantwortung in der Altersvorsorge, kritisiert aber Details der Regierungsvorlage.

Vergleichstabelle aller Parteipositionen zur Aktienrente

Thema CDU/CSU SPD Grüne FDP Linke/BSW
Kapitalmarkt-Altersvorsorge Ja, zentral Ja, mit Schutz Bürgerfonds Ja, maximal Nein
Beitragsgarantie Optional Optional Pflicht Keine Pflicht
ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Anlage
Ja Ja Im Bürgerfonds Ja Nein
Gesetzliche Rente stärken Ergänzend Ja, parallel Ja Ergänzend Priorität
Pflicht zur Vorsorge Nein Diskussion Opt-out Nein Nein (GRV reicht)
Tipp: Die hier dargestellten Positionen geben den Stand der parlamentarischen Debatte wieder. Die Parteipositionen können sich im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens weiterentwickeln — insbesondere im Bundesrat.

Rechenbeispiel: Garantie vs. Pur — der Unterschied im Ergebnis

Stefan, 30, verdient 40.000 EUR brutto und zahlt 100 EUR/Monat (1.200 EUR/Jahr) ein. Wählt er die Variante Pur (keine Garantie), kann er bei 6 % durchschnittlicher Rendite nach 37 Jahren mit rund 230.000 EUR rechnen. Wählt er die 100-%-Garantievariante, sinkt die erwartbare Rendite durch die Absicherungskosten auf geschätzte 3 % — das Ergebnis liegt dann bei rund 120.000 EUR. Der Unterschied von über 110.000 EUR zeigt, warum die Garantiefrage der größte Streitpunkt zwischen den Parteien war.

Was bedeuten die Parteipositionen fuer dich als Sparer?

Unabhängig von der parteipolitischen Debatte steht fest: Das Altersvorsorgedepot kommt. Als Sparer solltest du dich weniger mit den politischen Diskussionen beschäftigen und mehr mit der Frage, ob und wie das neue Produkt zu deiner persönlichen Vorsorgestrategie passt. Auch die Kritikpunkte an der Aktienrente sind lesenswert, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Prüfe, ob du förderberechtigt bist, informiere dich über die verschiedenen Garantievarianten und vergleiche die Kosten verschiedener Anbieter. Die Timeline zum Start zeigt dir, wann du aktiv werden kannst.

Häufige Fragen zu den Parteipositionen

Welche Parteien haben für die Aktienrente gestimmt?

CDU/CSU und SPD als Regierungskoalition haben am 27. März 2026 geschlossen für das pAV-Reformgesetz gestimmt. Die Oppositionsparteien stimmten aus unterschiedlichen Gründen dagegen oder enthielten sich.

Warum sind die Grünen gegen das Altersvorsorgedepot?

Die Grünen sind nicht grundsätzlich gegen eine Reform, favorisieren aber einen öffentlich verwalteten Bürgerfonds nach schwedischem Vorbild statt einer rein privatwirtschaftlichen Lösung.

Was kritisiert die FDP am Altersvorsorgedepot?

Die FDP geht die Reform nicht weit genug. Die Liberalen wollten die Beitragsgarantie komplett abschaffen und höhere Freibeträge durchsetzen. Den Kompromiss mit drei Garantiestufen hält die FDP für nicht konsequent genug.

Warum lehnt Die Linke die kapitalmarktbasierte Altersvorsorge ab?

Die Linke argumentiert, dass die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt werden sollte, statt private Vorsorge am Kapitalmarkt zu fördern. Sie warnt vor Kursrisiken und sieht die Förderung als Vorteil für Besserverdiener.

Können die Parteipositionen die Aktienrente noch kippen?

Im Bundesrat könnten Landesregierungen mit Grünen- oder FDP-Beteiligung Nachbesserungen fordern. Eine vollständige Blockade gilt aber als sehr unwahrscheinlich, da CDU/CSU und SPD auch in der Länderkammer über eine ausreichende Mehrheit verfügen.

Was ist der gemeinsame Nenner aller Parteien?

Alle Bundestagsparteien sind sich einig, dass die Riester-Rente in ihrer bisherigen Form gescheitert ist und reformiert werden muss. Der Dissens liegt in der Frage, wie stark der Kapitalmarkt einbezogen werden soll.

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