Key Facts — Bundestagsbeschluss
- Abstimmungsdatum 27. März 2026
- Beschlossen durch CDU/CSU + SPD (Regierungskoalition)
- Gesetzesname pAV-Reformgesetz
- Nächster Schritt Bundesrat-Zustimmung (April/Mai 2026)
- Neue Produkte ab 1. Januar 2027
Was hat der Bundestag genau beschlossen?
Der Bundestag hat mit dem pAV-Reformgesetz (Gesetz zur Reform der privaten Altersvorsorge) eine grundlegende Neuausrichtung der privaten Altersvorsorge in Deutschland beschlossen. Das Altersvorsorgereformgesetz ersetzt das bisherige Riester-System und führt das Altersvorsorgedepot als zentrales neues Vorsorgeprodukt ein.
Nach jahrelanger Debatte über die Zukunft der privaten Altersvorsorge und das weitgehende Scheitern der Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren → hat die Große Koalition damit einen Paradigmenwechsel vollzogen: Weg von teuren Versicherungsprodukten mit Garantiezwang, hin zu kostengünstigen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-basierten Depotlösungen.
Die beschlossenen Kernpunkte der Altersvorsorge-Reform
Altersvorsorgedepot mit direkter ETF-Option
Das Herzstück des Beschlusses ist die Einführung des Altersvorsorgedepots. Erstmals können Sparer staatlich gefördert direkt in ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s investieren — etwa in breit gestreute Indexfonds auf den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →. Die verpflichtende Beitragsgarantie von 100 % entfällt. Stattdessen können Sparer zwischen drei Garantievarianten wählen: Pur (keine Garantie), 80 % oder 100 %.
Höhere Förderung und bessere Steuervorteile
| Förderelement | Beschlossene Regelung |
|---|---|
| GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr. Mehr erfahren → |
Bis zu 540 € pro Jahr (Matching: 50 % auf erste 360 €, 25 % auf 361–1.800 €) |
| KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt. Mehr erfahren → |
Bis zu 300 € pro Kind und Jahr (1:1-Matching) |
| Förderhöchstbetrag | 1.800 € pro Jahr |
| Berufseinsteigerbonus | 200 € einmalig für unter 25-Jährige |
| Mindestbeitrag | 10 € pro Monat (120 € pro Jahr) |
| Steuerbefreiung in der Ansparphase | Keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase. Mehr erfahren → auf Erträge im Depot |
| Besteuerung bei Auszahlung | Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Mehr erfahren → mit persönlichem Steuersatz |
Übergangsregelungen fuer bestehende Riester-Verträge
Der Beschluss regelt auch den Umgang mit den rund 16 Millionen bestehenden Riester-Verträgen. Bestehende Verträge können weitergeführt oder in ein Altersvorsorgedepot umgewandelt werden. Neuabschlüsse nach altem Recht sind ab 2027 nicht mehr möglich. Details zum Wechsel von Riester zum Altersvorsorgedepot findest du in unserem separaten Ratgeber.
So verlief die Abstimmung im Bundestag
Die Abstimmung im Deutschen Bundestag am 27. März 2026 verlief entlang der Koalitionslinien. CDU/CSU und SPD stimmten geschlossen für das Gesetz. Die Regierungskoalition hatte das Reformprojekt im Koalitionsvertrag verankert und über mehrere Monate im Finanzausschuss beraten.
Dem Beschluss ging eine intensive parlamentarische Debatte voraus, in der insbesondere die Frage der Garantie kontrovers diskutiert wurde. Der Kompromiss — eine freiwillige Garantie mit drei Stufen — fand letztlich eine breite Mehrheit in der Koalition.
Stimmen und Reaktionen zum Bundestagsbeschluss
Die Reaktionen auf den Beschluss fielen unterschiedlich aus. Die Verbraucherzentrale begrüßte grundsätzlich die Abkehr von teuren Garantieprodukten und die Öffnung für ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s. Kritiker mahnten, dass Geringverdiener ohne Garantie ein Verlustrisiko tragen. Auch das Bundesarbeitsministerium betonte die Bedeutung sozialer Absicherung im neuen System. Die Positionen der Parteien findest du in unserem separaten Überblick.
Was passiert jetzt nach dem Bundestagsbeschluss?
- Bundesrat-Zustimmung (April/Mai 2026) Das Gesetz wird dem Bundesrat zugeleitet. Die Zustimmung gilt als wahrscheinlich, da die Koalitionsparteien auch in der Länderkammer über eine Mehrheit verfügen.
- Verkündung im Bundesgesetzblatt (Sommer 2026) Nach Zustimmung des Bundesrats und Unterschrift des Bundespräsidenten wird das Gesetz offiziell verkündet.
- Anbieter-Zertifizierung (2. Halbjahr 2026) Banken, Fondsgesellschaften und Versicherer können ihre Produkte beim BZStWas ist BZSt?Bundeszentralamt für Steuern — die Behörde, die die Zulagen verwaltet und an die Depotanbieter auszahlt. Zertifiziert auch die Anbieter. zertifizieren lassen.
- Start der neuen Produkte (1. Januar 2027) Ab diesem Datum können die ersten Altersvorsorgedepots eröffnet und bespart werden.
Alle Termine im Detail findest du in unserer Timeline zur Aktienrente.
Was bedeutet der Beschluss konkret fuer dich?
Rechenbeispiel: So wirkt sich der Beschluss aus
Sabine, 28, Angestellte mit 38.000 EUR brutto und einem Kind. Sie zahlt 100 EUR monatlich (1.200 EUR/Jahr) in das Altersvorsorgedepot ein. Durch das Matching erhält sie 390 EUR Grundzulage und bis zu 300 EUR Kinderzulage — insgesamt fließen bis zu 1.890 EUR pro Jahr ins Depot. Bei 6 % durchschnittlicher Rendite und 39 Jahren bis zur Rente kann daraus ein Depotwert von rund 310.000 EUR entstehen. Hätte Sabine unter den alten Riester-Bedingungen gespart, wäre bei gleichen Beiträgen und der Garantiepflicht deutlich weniger Rendite möglich gewesen.
Wenn du förderberechtigt bist, kannst du ab 2027 ein Altersvorsorgedepot eröffnen und von der staatlichen Förderung profitieren. Schon jetzt lohnt es sich, dich mit den verschiedenen ETF-Optionen und Anbietern vertraut zu machen. Die Chronik der Rentenreform zeigt, warum dieser Beschluss ein historischer Wendepunkt ist. Und der staatliche Zuschuss macht das Altersvorsorgedepot besonders attraktiv — bereits mit 10 Euro monatlich ist ein Start möglich.
Häufige Fragen zum Bundestagsbeschluss
Wann hat der Bundestag die Aktienrente beschlossen?
Der Deutsche Bundestag hat das pAV-Reformgesetz am 27. März 2026 mit den Stimmen der Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD verabschiedet.
Ist die Aktienrente damit endgültig beschlossen?
Nein, der Bundestagsbeschluss ist ein wichtiger Meilenstein, aber das Gesetz braucht noch die Zustimmung des Bundesrats. Diese wird für April oder Mai 2026 erwartet.
Wie hoch ist die neue Grundzulage nach dem Beschluss?
Die Grundzulage folgt einem neuen Matching-Modell: 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag und 25 % auf Beiträge von 361 bis 1.800 €. Maximal sind bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr möglich.
Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot eröffnen?
Die ersten zertifizierten Produkte kommen voraussichtlich am 1. Januar 2027 auf den Markt. Vorher gibt es keine Möglichkeit, ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen.
Welche Garantievarianten gibt es beim neuen Altersvorsorgedepot?
Du kannst zwischen drei Varianten wählen: Pur (keine Garantie, volle Renditechance), 80 % Beitragsgarantie (Kompromiss) oder 100 % Beitragsgarantie (maximale Sicherheit).
Was passiert, wenn der Bundesrat nicht zustimmt?
Wenn der Bundesrat das Gesetz blockiert, kann der Vermittlungsausschuss einberufen werden, um einen Kompromiss zu finden. Eine vollständige Ablehnung gilt als sehr unwahrscheinlich.
Weiterführende Ratgeber zum Thema
Altersvorsorgereformgesetz im Detail
Alle Regelungen des Altersvorsorgereformgesetzes ausführlich erklärt.
Bundesrat-Zustimmung zur Aktienrente
Wann kommt die Zustimmung der Länderkammer?
Aktienrente im Koalitionsvertrag
Was CDU/CSU und SPD zur Altersvorsorge vereinbart haben.
Aktienrente und gesetzliche Rente
Wie das Altersvorsorgedepot die gesetzliche Rente ergänzt.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Grundlagen, Funktionsweise und Vorteile des neuen Vorsorgeprodukts.