Key Facts zum Standarddepot
- Öffentlich verwaltet, nicht gewinnorientiert
- Gesamtkosten: Maximal 0,3% pro Jahr
- Global diversifiziertes ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Portfolio - Automatisches Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
Mehr erfahren → mit Altersabhängigkeit - Keine Beitragsgarantie, dafür niedrigste Kosten
- Vorbild: Schwedisches AP7-Modell
- Öffentlich verwaltet und nicht gewinnorientiert — Gesamtkosten maximal 0,3 % p.a.
- Global diversifiziertes ETF-Portfolio mit automatischem Lifecycle-Modell
- Vorbild: Schwedischer AP7-Fonds (0,04 % Kosten, 10 %+ Rendite über 20 Jahre)
- Ideal für alle, die sich nicht selbst um Fondsauswahl kümmern wollen
- Jederzeit Wechsel zu oder von privaten Anbietern möglich
Was ist das Standarddepot?
Das staatliche Standarddepot ist eine öffentlich verwaltete Anlageoption innerhalb des neuen Altersvorsorgedepots. Es wird nicht von einer Bank oder einem Broker betrieben, sondern von einer eigens gegründeten öffentlich-rechtlichen Institution. Das Ziel: Eine extrem günstige, professionell verwaltete Basisoption, die jedem offensteht und als Benchmark für private Anbieter dient.
Die Idee ist nicht neu. Schweden hat mit dem AP7-Fonds seit 2000 ein ähnliches Modell, das mit Kosten von nur 0,04% pro Jahr arbeitet und über die letzten 20 Jahre eine durchschnittliche Rendite von über 10% pro Jahr erzielt hat. Auch die Niederlande und Australien setzen auf vergleichbare öffentliche Vorsorgefonds. Der Europa-Vergleich zeigt, wie erfolgreich diese Modelle sein können.
Wie funktioniert das Standarddepot?
Das Standarddepot investiert in ein breit diversifiziertes Portfolio aus ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Fonds. Die Zusammensetzung orientiert sich am globalen Aktienmarkt, ergänzt durch Anleihen für die Stabilisierung. Das Besondere: Das Portfolio wird automatisch an dein Alter angepasst. Je näher du dem Renteneintritt kommst, desto konservativer wird die Anlage.
| Alter | Aktienanteil | Anleihenanteil | Erwartete Rendite (langfristig) |
|---|---|---|---|
| Unter 35 | 90% | 10% | 6-8% p.a. |
| 35-45 | 80% | 20% | 5-7% p.a. |
| 45-55 | 65% | 35% | 4-6% p.a. |
| 55-62 | 45% | 55% | 3-5% p.a. |
| Ab 62 (Auszahlphase) | 30% | 70% | 2-4% p.a. |
Kostenstruktur des staatlichen Standarddepots
Der größte Vorteil des Standarddepots sind die extrem niedrigen Kosten. Da es nicht gewinnorientiert arbeitet und keinen Vertrieb finanzieren muss, entfallen die größten Kostenblöcke privater Anbieter. Die geplante Kostenstruktur im Detail:
| Kostenart | Standarddepot | Privater Anbieter (typisch) |
|---|---|---|
| Fondskosten (TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten. Mehr erfahren →) |
0,05-0,15% | 0,15-0,50% |
| Depotgebühr | 0,05-0,10% | 0,00-0,30% |
| Vertriebskosten | 0,00% | 0,00-0,30% |
| Gesamtkosten | 0,10-0,25% | 0,15-1,00% |
Bei 250 EUR Monatsbeitrag über 30 Jahre macht der Kostenunterschied zwischen 0,2% (Standarddepot) und 0,8% (durchschnittlicher privater Anbieter) rund 35.000 EUR aus. Das ist ein wesentlicher Betrag, der über den Lebensstandard im Alter mitentscheidet.
Wer verwaltet das Standarddepot?
Die genaue institutionelle Ausgestaltung wird in der Rechtsverordnung geregelt, die im Sommer 2026 erwartet wird. Diskutiert werden zwei Modelle: Eine eigene öffentlich-rechtliche Anstalt (ähnlich dem schwedischen AP7) oder eine Verwaltung durch die Deutsche Bundesbank. In beiden Fällen würde ein unabhängiger Anlageausschuss die Strategie festlegen, während die operative Umsetzung über große ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Anbieter läuft.
Die Aufsicht übernimmt die BaFin. Sie prüft, ob das Standarddepot die gesetzlichen Vorgaben einhhält und im Interesse der Sparer verwaltet wird. Jahresberichte und Kostenausweise werden öffentlich zugänglich sein.
Standarddepot vs. eigenes ETF-Depot
Vorteile Standarddepot
- Niedrigste Kosten am Markt
- Automatisches Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
Mehr erfahren → - Kein Aufwand für Fondsauswahl oder RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
Mehr erfahren → - Professionelle Verwaltung
- Kein Anbieter-Risiko (öffentlich)
Vorteile eigenes Depot
- Freie Fondsauswahl (MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →, Themen-ETFs, etc.) - Individülle Gewichtung möglich
- Eigene Anlagestrategie umsetzen
- Bessere App/Plattform möglich
- Flexiblere Anpassung an Marktlage
Für die meisten Sparer dürften die Vorteile des Standarddepots überwiegen. Wer sich nicht mit der Fondsauswahl beschäftigen will und einfach die günstigste Option sucht, ist hier richtig. Erfahrene Anleger, die gezielt bestimmte ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Strategien umsetzen wollen, werden eher ein eigenes Depot bei einem Neobroker oder einer Direktbank bevorzugen.
Vorbild Schweden: Was man lernen kann
Das schwedische AP7-Modell gilt als Goldstandard für öffentlich verwaltete Vorsorgefonds. Seit 2000 hat der AP7 Saeta eine durchschnittliche Jahresrendite von über 10% erzielt — bei Kosten von lediglich 0,04%. Der Fonds investiert zu 90% in globale Aktien und nutzt Hebelstrategien für jüngere Sparer. In Schweden fließt automatisch ein Teil des Gehalts in die Altersvorsorge, wobei AP7 die Standard-Option ist.
Deutschland übernimmt nicht das vollständige schwedische Modell — es gibt kein Opt-Out-System und keinen Hebel. Aber die Grundidee eines öffentlichen, kostengünstigen Standardprodukts ist die gleiche. Ob das deutsche Standarddepot ähnlich erfolgreich sein wird, hängt von der konkreten Ausgestaltung und der politischen Unabhängigkeit der Verwaltung ab.
Gut zu wissen
Du bist nicht an das Standarddepot gebunden. Wenn du ein eigenes Depot bei einem privaten Anbieter eröffnest und später wechseln willst, ist der Übertrag ins Standarddepot jederzeit möglich. Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → und der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
Mehr erfahren → gelten für alle zertifizierten Produkte gleichermassen.
Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.